Nach einem Einbruch in der Nachbarschaft oder vor dem ersten langen Urlaub im neuen Haus stellt sich oft dieselbe Frage: Was kostet eine Alarmanlage fürs Haus, reicht ein Funk-Set, und sollte man sie besser einbauen lassen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil Hausgröße, Technik und laufende Überwachung den Preis bestimmen.
Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümer in Deutschland. Sie lesen, warum die Mechanik zuerst kommt, wie sich Funk, Kabel und Wachdienst unterscheiden, was die Kosten bestimmt und wie Sie einen Betrieb auswählen. Preise nennen wir bewusst nicht: Sie hängen von Ihrem Haus und vom Schutzumfang ab, und ein Durchschnittswert hilft beim Vergleich nicht. In Österreich und der Schweiz gelten teils andere Regeln und Förderungen. Alarmanlagen für Auto oder Wohnmobil sind ein eigenes Thema und hier nicht gemeint.
Zuerst die Mechanik, dann die Alarmanlage
Eine Alarmanlage meldet einen Einbruch, sie verhindert ihn nicht. Aufhalten kann einen Täter nur die Mechanik: stabile Beschläge an Fenstern und Terrassentüren, Zusatzschlösser, gesicherte Kellerfenster und Lichtschächte, eine solide Haustür. Schwachstellen liegen beim Einfamilienhaus oft auf der Rückseite, wo niemand hinsieht.
Die sinnvolle Reihenfolge lautet deshalb: prüfen, wo man ins Haus kommt, diese Stellen mechanisch sichern und erst dann die Alarmanlage planen. Andernfalls bezahlen Sie einen Alarm, der losgeht, während das Fenster schon offen ist.
Diese Prüfung müssen Sie nicht allein machen. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos und herstellerneutral, vielerorts auch direkt bei Ihnen zu Hause. Die zuständige Stelle nennt Ihnen jede Polizeidienststelle. Oft erfahren Sie dort auch, wo Sie Listen geeigneter Fachbetriebe finden. Der Termin lohnt sich vor dem ersten Angebot: Sie wissen dann, was Sie wirklich brauchen.
Funk, Kabel oder Aufschaltung beim Wachdienst
Funk und Kabel beschreiben, wie Melder und Zentrale verbunden sind. Die Aufschaltung beantwortet eine andere Frage: Wer reagiert, wenn der Alarm losgeht? Sie kommt zu einer der beiden Bauarten hinzu.
| Variante | Einbau und Eignung | Was die Kosten treibt | Laufender Aufwand |
|---|---|---|---|
| Funk | Melder funken zur Zentrale. Kaum Stemmarbeiten, gut zum Nachrüsten im bewohnten Haus | Zahl der Melder, Qualität der Funktechnik, Montage und Einrichtung | Batterien tauschen, Verbindung prüfen, Updates einspielen |
| Kabel | Melder hängen an festen Leitungen. Naheliegend bei Neubau und Kernsanierung | Leitungswege, Stemm- und Malerarbeiten, Zahl der Melder, Elektroarbeiten | Regelmäßige Wartung, Notstrom-Akku der Zentrale |
| Aufschaltung Wachdienst | Der Alarm läuft bei einer Leitstelle auf. Sinnvoll, wenn das Haus oft leer steht | Anschluss an die Leitstelle, Übertragungsweg, Einsatz vor Ort ja oder nein | Monatliche Gebühr, Vertragslaufzeit, Kosten je Einsatz oder Fehlalarm |
Alarmanlage nachrüsten im bestehenden Haus
Im bewohnten Haus ist Funk meist der einfachere Weg, weil Sie kaum Schmutz und Wandarbeiten haben. Fragen Sie nach der Sicherheit der Technik: Ist die Funkverbindung verschlüsselt? Erkennt die Anlage Störsender, schwache Batterien und ausgefallene Melder? Wer ohnehin saniert, sollte Leerrohre mitplanen, auch wenn die Anlage erst später kommt. Viele Systeme lassen sich außerdem kombinieren, etwa mit Kabel im sanierten Erdgeschoss und Funk im Obergeschoss.
Alarmanlage mit Kamera
Eine Kamera ersetzt keinen Melder, hilft aber bei der Frage, ob ein Alarm echt ist oder nur die Katze durchs Zimmer lief. Richten Sie sie so aus, dass sie nur Ihr eigenes Grundstück erfasst. Gehweg und Nachbargrundstück gehören nicht ins Bild. Im Zweifel fragen Sie die Datenschutzbehörde Ihres Bundeslands.
Alarmanlage mit der Polizei verbinden
Für Privathäuser ist eine direkte Aufschaltung zur Polizei in der Regel nicht vorgesehen. Üblich ist die Leitstelle eines Wachdienstes: Sie prüft den Alarm und verständigt bei Bedarf die Polizei. Fragen Sie vor dem Vertrag, ob jemand zu Ihrem Haus fährt, wie lange das dauert, wer den Schlüssel verwahrt und wer bei Fehlalarm zahlt. Auch ein Polizeieinsatz wegen Fehlalarm kann Kosten auslösen; wie das bei Ihnen geregelt ist, erfahren Sie bei der örtlichen Polizei.
Alarmanlage fürs Haus: was die Kosten bestimmt
Einen seriösen Festbetrag kann Ihnen niemand am Telefon nennen. Zwei Angebote für dasselbe Haus liegen oft weit auseinander, weil sie unterschiedliche Leistungen enthalten. Diese Posten entscheiden:
- Größe und Grundriss: Etagen, Zahl der Türen und Fenster, dazu Keller, Anbau und Garage.
- Schutzumfang: Öffnungsmelder an der Außenhaut erlauben es, die Anlage auch bei Anwesenheit scharf zu schalten. Bewegungsmelder sichern Innenräume; bei Haustieren brauchen Sie passende Modelle.
- Technik: Funk, Kabel oder beides, die Qualität von Zentrale und Meldern, Außensirene, Kamera und App.
- Montage: Arbeitszeit, Leitungswege, Stemmen und Ausbessern, Programmierung und Anfahrt.
- Übertragung: Mobilfunk, Internet und ein Ersatzweg, falls einer davon ausfällt.
- Laufende Kosten: Wartungsvertrag, Batterien, App-Abo und Gebühr für die Leitstelle.
Rechnen Sie deshalb die Gesamtkosten über mehrere Jahre, nicht nur den Einbaupreis. Ein Komplett-Set sieht günstig aus, enthält aber oft nur wenige Melder. Zählen Sie vor dem Kauf Türen und Fenster. Die Selbstmontage spart Arbeitskosten, doch die Planung bleibt dann bei Ihnen: Falsch platzierte Melder führen zu Lücken und Fehlalarmen. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Versicherung eine selbst montierte Anlage anerkennt.
Für ein Funk-Set, zusätzliche Melder oder die Montage einer Kamera stellen Sie auf Hirovo kostenlos einen Auftrag ein. Menschen in Ihrer Nähe, die solche Arbeiten übernehmen, sehen ihn und melden sich. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.
Kostenlos Auftrag einstellen →Zuschuss und Steuer
Für Einbruchschutz gab es immer wieder Förderungen, unter anderem über die KfW. Die Programme ändern sich aber, und ein Antrag ist oft schon vor Beginn nötig. Prüfen Sie den aktuellen Stand deshalb direkt bei der KfW, bevor Sie unterschreiben. Außerdem können Sie die Montagekosten eines Betriebs in Ihrem bestehenden Haushalt nach § 35a EStG als Handwerkerleistung geltend machen. Das Gerät selbst zählt nicht. Nötig sind eine Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und eine Überweisung. Ob Förderung und Steuervorteil zusammen möglich sind, klären Sie mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung.
Vor dem Auftrag die Hausratversicherung fragen. Manche Versicherer stellen Anforderungen, etwa einen anerkannten Errichter oder eine regelmäßige Wartung, andere berücksichtigen eine Anlage im Tarif. Steht eine Anlage als Bedingung im Vertrag, kann es im Schadenfall Folgen haben, wenn sie nicht eingeschaltet war. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben, bevor Sie eine Technik wählen.
Alarmanlage einbauen lassen: den richtigen Betrieb finden
Fragen Sie nach einem VdS-anerkannten Errichter, besonders wenn Ihre Versicherung das verlangt. Die Anerkennung ist keine allgemeine Pflicht, zeigt aber, dass der Betrieb extern geprüft wird; lassen Sie sich den Nachweis zeigen. Die Norm DIN EN 50131 teilt Einbruchmeldeanlagen in Sicherheitsgrade ein, fragen Sie also, welchen Grad das Angebot erfüllt. Arbeiten am Stromnetz gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Diese Fragen trennen gute Angebote von schwachen:
- Besichtigung: Kommt jemand ins Haus, bevor ein Preis genannt wird?
- Plan: Welche Melder kommen wohin, und warum? Steht das schriftlich im Angebot?
- Wartung: Wer wartet die Anlage, und wie schnell kommt jemand bei einer Störung?
- Bindung: Kann später auch ein anderer Betrieb die Anlage betreuen?
- Zugriff: Wer kann die Anlage aus der Ferne erreichen, und können Sie das selbst abschalten?
Vom Angebot bis zur Abnahme
Holen Sie nach der Besichtigung zwei oder drei schriftliche Angebote auf derselben Grundlage ein. Ein Kostenvoranschlag ist in der Regel eine Schätzung; mehr Sicherheit gibt ein Festpreis für eine genau beschriebene Leistung. Nach dem Einbau lösen Sie gemeinsam jeden Melder aus und prüfen Sirene sowie Meldung aufs Handy oder an die Leitstelle.
Alle Hausbewohner sollten die Bedienung kennen, denn die meisten Fehlalarme entstehen im Alltag. Ändern Sie voreingestellte Codes und lassen Sie sich die Dokumentation aushändigen. Zahlen Sie gegen Rechnung per Überweisung. So sichern Sie Ihre Gewährleistung und den Steuervorteil; bei Schwarzarbeit haben Sie beides nicht.
Kleine Arbeiten über Hirovo, die ganze Anlage vom Fachbetrieb
Auf Hirovo stellen Sie kostenlos einen Auftrag ein, und Menschen aus Ihrer Region, die solche Arbeiten übernehmen, melden sich bei Ihnen. Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo prüft Bewerberinnen und Bewerber nicht, kontrolliert weder Anerkennungen noch Versicherungen und ist kein Errichter. Das wiegt bei einer Alarmanlage schwerer als bei anderen Aufträgen, denn wer sie einbaut, kennt danach die Schwachstellen Ihres Hauses.
Ein Auftrag passt deshalb zu überschaubaren Arbeiten: ein Funk-Set montieren, Melder ergänzen, eine Kamera anbringen. Für eine Komplettanlage, eine Aufschaltung oder Versicherungsauflagen empfehlen wir einen anerkannten Fachbetrieb mit schriftlichem Angebot.
In den Auftrag gehören der Haustyp, die Etagen, die ungefähre Zahl der Türen und Fenster und das, was schon gekauft ist. Nennen Sie nur den Stadtteil. Adresse, bekannte Schwachstellen, vorhandene Technik und Urlaubszeiten gehören nicht in eine öffentliche Anzeige; Details bekommt erst die Person, die Sie auswählen, und auch die erst, wenn Name und Anschrift geklärt sind.
Kurz gesagt
Sichern Sie zuerst die Mechanik und nutzen Sie die kostenlose kriminalpolizeiliche Beratung. Funk passt meist zum Nachrüsten, Kabel zu Neubau und Sanierung, und die Aufschaltung beim Wachdienst kommt als laufender Vertrag dazu.
Die Kosten einer Alarmanlage fürs Haus hängen von Größe, Schutzumfang, Montage und laufenden Gebühren ab. Vergleichen Sie schriftliche Angebote nach einer Besichtigung, fragen Sie Ihre Hausratversicherung, prüfen Sie die Förderung aktuell bei der KfW und zahlen Sie per Überweisung auf Rechnung.
