Die Scheiben beschlagen von innen, es zieht am Rahmen, und im Winter läuft die Heizung gefühlt ohne Pause. Irgendwann stellt sich die Frage, ob Sie die Fenster austauschen sollten. Ein neues Fenster ist eine Anschaffung für Jahrzehnte, und ob sie sich lohnt, hängt nicht nur vom Produkt ab, sondern genauso davon, wie es eingebaut wird.
Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümerinnen und Eigentümer in Deutschland. Sie lesen, woran Sie erkennen, dass ein Austausch fällig ist, welche Materialien und Verglasungen es gibt, was die Kosten bestimmt, was das Gebäudeenergiegesetz verlangt, wie die Förderung abläuft und worauf es bei der Montage ankommt. Konkrete Preise und Fördersätze nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von Ihrem Haus, Ihrer Region und dem jeweiligen Programm ab.
Wann es sich lohnt, Fenster auszutauschen
Nicht jedes ältere Fenster muss raus. Manchmal reicht es, Dichtungen zu erneuern oder Beschläge einzustellen. Ein Austausch ist eher sinnvoll, wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen:
- Zugluft und kalte Rahmen: Sie spüren am geschlossenen Fenster einen Luftzug, und neue Dichtungen haben nicht geholfen.
- Beschlagene Scheiben zwischen den Gläsern: Wenn sich Feuchtigkeit im Zwischenraum zeigt, ist die Verglasung undicht.
- Verzogene oder morsche Rahmen: Das Fenster schließt nicht mehr richtig, Holz ist an der Unterseite weich geworden.
- Einfache oder sehr alte Verglasung: Die Wärme geht über das Glas verloren, und es wird am Fenster spürbar kalt.
- Lärm und Sicherheit: Sie wohnen an einer lauten Straße oder im Erdgeschoss und möchten besseren Schallschutz oder einbruchhemmende Beschläge.
Planen Sie gleichzeitig eine Dämmung der Fassade, lohnt es sich, beides gemeinsam zu betrachten. Die Lage des Fensters in der Wand und der Anschluss an die Dämmung lassen sich dann besser abstimmen.
Material und Verglasung: was zur Auswahl steht
Beim Rahmen haben Sie im Wesentlichen drei Möglichkeiten. Kunststofffenster sind verbreitet und pflegeleicht. Aluminiumfenster sind schlank und robust; achten Sie darauf, dass das Profil thermisch getrennt ist, damit der Rahmen keine Kältebrücke bildet. Holzfenster wirken warm und passen zu älteren Häusern, brauchen aber regelmäßige Pflege des Anstrichs.
Bei der Verglasung geht es heute meist um Zweifach- oder Dreifachverglasung. Für bodentiefe Fenster, Glastüren oder Fenster in Kinderzimmern kommt Sicherheitsglas in Frage, etwa vorgespanntes Einscheibensicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas. Fragen Sie den Fachbetrieb, was für welches Fenster sinnvoll ist, statt überall dieselbe Lösung zu nehmen.
Messen Sie nicht selbst aus. Das Aufmaß gehört in die Hand des Fachbetriebs, der die Fenster auch einbaut, und es wird vor Ort genommen. Die Maße der Maueröffnung, die Fuge für die Abdichtung und der Anschluss an Fensterbank und Laibung lassen sich nicht aus einem Foto ablesen. Wer nach eigenen Maßen bestellt, trägt das Risiko, wenn das Fenster nicht passt.
Fenster austauschen: Kosten und was den Preis bestimmt
Angebote für den Fenstertausch fallen oft sehr unterschiedlich aus. Das liegt selten nur am Fenster selbst, sondern an den Leistungen drumherum. Diese Punkte verändern den Betrag:
| Kostenfaktor | Warum er den Preis verändert | Was im Angebot stehen sollte |
|---|---|---|
| Anzahl und Größe | Mehr und größere Fenster bedeuten mehr Material und Arbeit | Jedes Fenster mit Maß und Lage im Haus |
| Material und Glas | Profil, Verglasung und Sicherheitsglas unterscheiden sich stark | Rahmenmaterial, Profil, Glasaufbau, Wärmeschutzangabe |
| Öffnungsart | Dreh-Kipp, feststehend, Schiebetür oder Sonderformen | Öffnungsart je Fenster, Beschläge |
| Rollläden und Insektenschutz | Zusätzliche Bauteile und Montage | Ob Rollladen, Kasten oder Fliegengitter enthalten ist |
| Stockwerk und Gerüst | Hohe Fenster brauchen Gerät oder ein Gerüst | Ob Gerüst oder Hebetechnik eingerechnet ist |
| Ausbau und Entsorgung | Alte Fenster müssen raus und fachgerecht entsorgt werden | Ausbau, Abtransport und Entsorgung als eigene Position |
| Nacharbeiten | Laibung, Fensterbank, Putz und Farbe nach dem Einbau | Welche Nacharbeiten enthalten sind und welche nicht |
Holen Sie zwei oder drei schriftliche Angebote ein, die dieselben Leistungen beschreiben. Ein Angebot ohne Montage, ohne Entsorgung oder ohne Nacharbeiten wirkt günstiger, ist es am Ende aber oft nicht. Achten Sie darauf, dass Produktangaben, Montage, Ausbau, Entsorgung, die geplante Dauer und die Garantie getrennt aufgeführt sind. Fragen Sie nach, wenn eine Position fehlt.
Beschreiben Sie Zahl, Größe und Lage Ihrer Fenster und legen Sie Fotos bei. Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Fensterbauer in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.
Kostenlos Anzeige aufgeben →Fenster austauschen mit Förderung: vor dem Auftrag klären
Gebäudeenergiegesetz
Wenn Sie Fenster austauschen, gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es schreibt vor, dass neue Fenster einen Höchstwert beim Wärmedurchgangskoeffizienten einhalten, angegeben für das ganze Fenster mit Rahmen und Glas. Welcher Wert für Ihr Vorhaben gilt, sagt Ihnen der Fachbetrieb. Lassen Sie sich die Angabe im Angebot schriftlich bestätigen, damit Sie später nachweisen können, was eingebaut wurde.
Bundesförderung für effiziente Gebäude
Der Fenstertausch kann als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert werden, je nach Programm über das BAFA oder die KfW. Der wichtigste Punkt ist die Reihenfolge: Der Antrag wird grundsätzlich gestellt, bevor Sie den Auftrag vergeben oder mit den Arbeiten beginnen. Wer zuerst unterschreibt und danach beantragt, riskiert, leer auszugehen.
Häufig ist ein Energieeffizienz-Experte eingebunden, der die Maßnahme plant und bestätigt. Für eine Förderung können strengere Anforderungen gelten als das gesetzliche Minimum. Die Konditionen ändern sich immer wieder. Informieren Sie sich deshalb direkt beim BAFA oder bei der KfW über den aktuellen Stand, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, und sprechen Sie mit dem Fachbetrieb über den zeitlichen Ablauf.
Der Einbau entscheidet mit
Ein gutes Fenster, schlecht eingebaut, bringt wenig. Die Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk ist die empfindliche Stelle. Nach den anerkannten Regeln, oft als RAL-Montage bezeichnet, gilt: innen luftdicht, außen schlagregendicht. Innen darf keine feuchte Raumluft in die Fuge ziehen, außen darf kein Regen eindringen. Dazwischen liegt die Dämmung, meist ein Montageschaum, ergänzt durch Dichtbänder oder Folien.
Fragen Sie den Anbieter, wie er die Fuge abdichtet und welche Bänder er verwendet. Ein Betrieb, der nur „ausschäumen" sagt, beantwortet die Frage nicht vollständig. Gehören die innere und äußere Fensterbank, die Ausbesserung der Laibung sowie Putz- und Malerarbeiten dazu, sollte das im Angebot stehen. Klären Sie auch, wer die alten Fenster mitnimmt und entsorgt.
Eigentümergemeinschaft und Mietwohnung
In einer Eigentümergemeinschaft gehören Fenster oft zum Gemeinschaftseigentum. Dann können Sie nicht allein entscheiden, ob, wann und in welcher Ausführung getauscht wird. Klären Sie das mit der Verwaltung und rechnen Sie mit einem Beschluss der Gemeinschaft. In einer Mietwohnung ist der Austausch Sache des Vermieters. Melden Sie Mängel schriftlich, statt selbst einen Auftrag zu vergeben.
So läuft der Fenstertausch ab
- Anfrage: Nennen Sie Zahl, ungefähre Größe und Lage der Fenster, das Stockwerk, gewünschtes Material und ob Rollläden dazukommen. Fotos von innen und außen helfen.
- Aufmaß: Der Fachbetrieb misst vor Ort und schaut sich Laibung, Fensterbank und Anschlüsse an.
- Angebote vergleichen: Zwei oder drei schriftliche Angebote mit denselben Leistungen, Produktangaben, Montage, Ausbau, Entsorgung, Dauer und Garantie.
- Förderung beantragen: Falls Sie fördern lassen möchten, stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag vergeben.
- Einbau: Räumen Sie Fensterbänke frei und schützen Sie Möbel und Böden vor Staub. Je nach Umfang dauert der Tausch einen oder mehrere Tage.
- Abnahme und Rechnung: Prüfen Sie, ob alle Fenster leicht schließen und dicht sind, und lassen Sie Mängel festhalten. Bewahren Sie Rechnung und Produktunterlagen auf, getrennt nach Garantie für das Produkt und für die Montage.
Fensterbauer finden mit einer kostenlosen Anzeige bei Hirovo
Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Fensterbauer und Handwerker aus Ihrer Region sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie. Hirovo ist in Deutschland noch klein, die Zahl der registrierten Anbieter ist begrenzt, und es kann sein, dass sich niemand meldet.
Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo prüft weder Identität noch Versicherung noch Bewertungen und ist weder Arbeitgeber noch Vermittler oder Vertragspartei. In die Anzeige gehören die Zahl der Fenster, grobe Maße, das Stockwerk, das gewünschte Material, Rollläden oder Insektenschutz, ob die alten Fenster ausgebaut und entsorgt werden sollen, Fotos und der gewünschte Zeitraum. Nennen Sie den Ort oder Stadtteil, nicht Ihre Adresse; die bekommt erst der Betrieb, den Sie auswählen.
Kurz gesagt
Fenster austauschen lohnt sich bei Zugluft, undichter Verglasung, verzogenen Rahmen oder wenn Lärm und Sicherheit ein Thema sind. Die Kosten hängen von Zahl und Größe, Material, Glas, Öffnungsart, Zubehör, Gerüst, Ausbau, Entsorgung und Nacharbeiten ab, nicht von einem Einheitspreis.
Lassen Sie vor Ort aufmessen, vergleichen Sie schriftliche Angebote mit denselben Leistungen und achten Sie auf eine fachgerechte Montage: innen luftdicht, außen schlagregendicht. Stellen Sie einen Förderantrag beim BAFA oder bei der KfW vor dem Auftrag, klären Sie in der Eigentümergemeinschaft den Beschluss und prüfen Sie Gewerbe, Versicherung und Garantie selbst. Hirovo hilft Ihnen, Anbieter zu finden, prüft sie aber nicht.
