Eine Gartenmauer soll entstehen, die Fugen an der Hauswand bröseln, oder zwischen zwei Zimmern soll eine Wand geschlossen oder geöffnet werden. Für all das brauchen Sie einen Maurer. Die Maurer Kosten hängen dabei weniger vom Stundensatz ab als von der Arbeit selbst: von Wandart und Material, vom Untergrund, von Höhe, Abbruch und Zufahrt. Und bevor es um den Preis geht, stellt sich oft eine andere Frage: Darf diese Wand überhaupt einfach so gebaut oder entfernt werden?
Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümerinnen, Eigentümer, Mieterinnen und Mieter in Deutschland, die Maurerarbeiten privat beauftragen möchten. Sie lesen, welche Arbeiten ein Maurer übernimmt, wann ein Tragwerksplaner und das Bauamt ins Spiel kommen, warum der Mörtel bei alten Häusern zählt, was die Kosten bestimmt und worauf Sie bei Angebot, Zahlung und Abnahme achten. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von Arbeit, Material, Region und Betrieb ab.
Welche Maurerarbeiten es gibt
Maurer mauern Wände aus Ziegeln, Kalksandstein, Porenbeton oder Naturstein, bessern Fugen aus und reparieren Mauerwerk. Je nach Arbeit unterscheiden sich Aufwand, Risiko und die Frage, wer außer dem Maurer beteiligt sein muss.
| Arbeit | Worauf es ankommt | Wer zusätzlich gefragt ist |
|---|---|---|
| Garten- oder Grenzmauer | Fundament, Frostschutz im Boden, Abdeckung gegen Regen, sichtbare Seite | Bauamt zur Genehmigung, Nachbarn bei der Grundstücksgrenze |
| Stützmauer | Sie hält Erdreich und Wasserdruck, Entwässerung hinter der Mauer | Tragwerksplaner für die Berechnung, Bauamt |
| Innenwand schließen oder öffnen | Ob die Wand tragend ist, Sturz über der Öffnung, Staub und Schutt | Tragwerksplaner, wenn die Wand trägt |
| Fugen erneuern | Alte Fugen sauber auskratzen, Mörtel passend zum vorhandenen Stein | Meist niemand, bei Denkmalschutz die zuständige Behörde |
| Ausbesserung und Kamin | Beschädigte Steine ersetzen, Risse beurteilen, Arbeit am Dach mit Gerüst | Bei Rissen im tragenden Mauerwerk ein Tragwerksplaner |
Tragende Wände, Statik und Genehmigung
Die wichtigste Grenze bei Maurerarbeiten verläuft zwischen Wänden, die nur Räume trennen, und Wänden, die etwas tragen. Eine tragende Wand hält Decken, Dach oder darüberliegende Geschosse. Wird sie geöffnet oder entfernt, muss die Last anders abgeleitet werden. Ob eine Wand tragend ist und wie eine Öffnung abgefangen wird, entscheidet die Berechnung eines Tragwerksplaners, nicht die Einschätzung vor Ort. Sagt ein Maurer, „das geht schon“, ist das keine Statik.
Ähnlich ist es bei Stützmauern, die einen Hang oder eine Geländestufe halten. Sie tragen Erdreich und nach Regen auch den Druck von Wasser. Auch hier gehört eine Berechnung dazu, bevor gemauert wird.
Was das Bauamt sagt
Ob ein Vorhaben wie eine Gartenmauer, eine Stützmauer oder ein Anbau genehmigungspflichtig ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslands. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, deshalb nennen wir hier keine Maße. Fragen Sie beim zuständigen Bauamt nach, bevor Sie den Auftrag vergeben, und beschreiben Sie dort, was gebaut werden soll und wo. Steht die Mauer an der Grundstücksgrenze, klären Sie Lage, Höhe und Ausführung mit Ihren Nachbarn und halten Sie die Einigung schriftlich fest.
Erst klären, dann mauern. Tragende Wand oder Stützmauer: erst die Berechnung eines Tragwerksplaners. Neue Mauer im Garten oder an der Grenze: erst beim Bauamt fragen und mit den Nachbarn schriftlich einigen. Eine fertige Mauer wieder abzureißen, kostet mehr als jede Vorab-Klärung.
Altbau, Mörtel und Wetter
In älteren Häusern wurde oft mit Kalkmörtel gemauert, und die Steine sind weicher als heutige. Wird ein solches Mauerwerk mit hartem Zementmörtel ausgebessert, ist die Fuge härter als der Stein. Feuchtigkeit und Bewegung setzen dann am Stein an statt an der Fuge, und die Steine können mit der Zeit abplatzen. Fragen Sie bei Arbeiten an altem Mauerwerk ausdrücklich, welcher Mörtel verwendet wird und warum. Ein guter Betrieb erklärt das, ohne dass Sie nachbohren müssen.
Auch das Wetter zählt. Mörtel braucht Zeit, um abzubinden, und weder Frost noch Dauerregen sind dafür gute Bedingungen. Frisches Mauerwerk wird bei Bedarf abgedeckt. Wenn ein Anbieter einen Termin verschiebt, weil Frost angekündigt ist, ist das meist ein gutes Zeichen. Planen Sie bei Außenarbeiten einen Puffer ein, und fragen Sie, wann die Mauer belastet oder verputzt werden kann.
Beschreiben Sie, was gemauert oder repariert werden soll, mit Maßen, Material, Zustand und Fotos. Nennen Sie, ob abgerissen werden muss und wie die Zufahrt ist. Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Anbieter in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.
Kostenlos Anzeige aufgeben →Was die Maurer Kosten bestimmt
Maurerbetriebe rechnen unterschiedlich ab: eine neue Wand oft nach Fläche, Reparaturen und Ausbesserungen eher nach Aufwand, kleinere Arbeiten auch pauschal. Ein Preis pro Stunde und ein Preis pro Quadratmeter lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen. Vergleichbar sind Angebote nur, wenn sie dieselben Leistungen enthalten. Diese Punkte verändern den Betrag:
- Fläche und Umfang: wie viele Quadratmeter Wand oder wie viele Meter Fuge.
- Wandart und Material: Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Naturstein, und wer das Material besorgt.
- Fundament: Eine freistehende Mauer braucht einen tragfähigen Untergrund; ein neues Fundament ist eine eigene Leistung.
- Höhe und Gerüst: Arbeiten oberhalb der Reichweite brauchen ein Gerüst, das auf- und abgebaut wird.
- Abbruch und Schutt: Alte Mauern abreißen und den Schutt entsorgen kostet Zeit und Entsorgung.
- Zufahrt: Kommt das Material bis an die Baustelle, oder muss alles getragen werden?
- Sichtseite: Sichtmauerwerk mit sauberem Fugenbild braucht mehr Sorgfalt als eine Wand, die später verputzt wird.
- Statik und Genehmigung: Tragwerksplaner und Bauantrag sind eigene Kosten außerhalb des Maurerangebots.
Holen Sie zwei oder drei schriftliche Angebote ein. Ein Kostenvoranschlag ist nach § 632 Abs. 3 BGB im Zweifel nicht zu vergüten; soll er etwas kosten, muss das vorher vereinbart sein. Zeigt sich während der Arbeit, dass der Betrag wesentlich überschritten wird, muss der Unternehmer Ihnen das nach § 649 BGB unverzüglich mitteilen. Bitten Sie darum, Arbeits- und Materialkosten getrennt auszuweisen. Die Arbeitskosten für Handwerkerleistungen im Haushalt können nach § 35a EStG die Einkommensteuer mindern, wenn sie auf der Rechnung ausgewiesen sind und Sie per Überweisung zahlen, nicht bar.
Einen guten Maurerbetrieb erkennen
Das Maurer- und Betonbauerhandwerk ist zulassungspflichtig und steht in Anlage A der Handwerksordnung. Ein Betrieb, der diese Arbeiten anbietet, braucht die Eintragung in die Handwerksrolle. Fragen Sie danach, und klären Sie im Zweifel bei der zuständigen Handwerkskammer, ob der Betrieb eingetragen ist. Dazu kommen ein paar einfache Prüfsteine:
- Besichtigung: Ein seriöser Betrieb schaut sich die Stelle an, bevor er ein Angebot schreibt, und fragt nach Untergrund, Zufahrt und vorhandenem Mauerwerk.
- Referenzen vor Ort: Fertige Mauern, die Sie sich ansehen können, zeigen Fugenbild und Sorgfalt besser als Fotos.
- Ehrliche Grenzen: Wer bei einer tragenden Wand selbst auf einen Tragwerksplaner verweist, nimmt die Sache ernst.
- Versicherung: Fragen Sie nach einer Haftpflichtversicherung, falls beim Abbruch etwas am Haus oder beim Nachbarn beschädigt wird.
Finger weg von Schwarzarbeit. Ohne ordentlichen Auftrag und Rechnung haben Sie keine Gewährleistung, wenn die Mauer reißt oder die Fugen nach einem Winter wieder bröseln.
So läuft die Beauftragung ab
- Anfrage: Beschreiben Sie Art und Umfang der Arbeit, Maße, Material, den Zustand des vorhandenen Mauerwerks, Abbruch, Zufahrt und Ihren Zeitrahmen. Legen Sie Fotos bei.
- Angebot: Achten Sie auf getrennte Posten für Arbeit, Material, Schutt und Gerüst, auf Dauer und Termin, Zahlungsplan und die Gewährleistung, die der Anbieter nennt.
- Zahlung: Leisten Sie keine große Vorauszahlung. Zahlen Sie in Abschnitten, je nachdem, wie weit die Arbeit fortgeschritten ist, und den Rest nach der Abnahme.
- Abnahme: Prüfen Sie, ob die Mauer lotrecht steht, die Fugen gleichmäßig und gefüllt sind, die Abdeckung oben Regen ableitet und der Schutt entfernt ist. Notieren Sie Mängel, bevor der Betrieb abzieht.
- Rechnung: Zahlen Sie gegen Rechnung per Überweisung, mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten.
Einen Maurer finden mit einer kostenlosen Anzeige bei Hirovo
Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Anbieter aus Ihrer Region sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie. Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo ist in Deutschland noch klein, die Zahl der registrierten Anbieter ist begrenzt, und in manchen Regionen meldet sich womöglich niemand. Hirovo prüft weder Identität noch Versicherung oder Bewertungen und ist weder Arbeitgeber noch Vermittler oder Vertragspartei.
In die Anzeige gehören die Art der Arbeit, Maße, Material, der Zustand des vorhandenen Mauerwerks, ob abgerissen werden muss, die Zufahrt, ob Statik oder Genehmigung schon geklärt sind, Fotos und der gewünschte Zeitraum. Nennen Sie den Stadtteil, nicht Ihre Adresse; die bekommt erst der Anbieter, den Sie auswählen.
Kurz gesagt
Bei Maurerarbeiten entscheidet zuerst die Frage, ob eine Wand trägt oder Erdreich hält: Dann braucht es die Berechnung eines Tragwerksplaners. Ob eine Gartenmauer oder ein Anbau genehmigt werden muss, sagt das Bauamt nach der Landesbauordnung Ihres Bundeslands. An altem Mauerwerk zählt der passende Mörtel, und bei Frost oder Dauerregen wird nicht gemauert.
Die Kosten hängen von Fläche, Wandart, Material, Fundament, Gerüst, Abbruch, Zufahrt und Sichtseite ab, nicht von einem Einheitspreis. Achten Sie auf die Eintragung in die Handwerksrolle, vergleichen Sie schriftliche Angebote mit denselben Leistungen, zahlen Sie in Abschnitten per Überweisung und prüfen Sie Betrieb und Versicherung selbst.
