Einen Gärtner in Wien sucht man meist in einem von zwei Momenten. Entweder beginnt die Saison: Der Rasen im Schrebergarten ist nach dem Winter fleckig, die Hecke steht unförmig da, und die Beete sind noch nicht hergerichtet. Oder es ist Hochsommer, alles wächst gleichzeitig, und die Hecke drückt schon über den Zaun zum Nachbarn.
Dieser Text richtet sich an alle, die in Wien Gartenarbeit vergeben wollen: Hausgarten, Kleingarten, Innenhof, Dachterrasse oder Balkon. Sie erfahren, welche Arbeiten wann anfallen, welche drei Wiener Regeln darüber entscheiden, was erlaubt ist, woran Sie einen Fachbetrieb erkennen und welche Punkte den Preis bestimmen. Wenn Sie umgekehrt selbst als Gärtner arbeiten möchten, finden Sie die Ausbildungs- und Berufsseite in unserem Artikel über Jobs als Gärtner; hier geht es um die Auftraggeberseite.
Was ein Gärtner in Wien tatsächlich macht
Wiens Grün ist sehr ungleich verteilt, und das bestimmt die Arbeit. In den äußeren Bezirken – Donaustadt, Floridsdorf, Liesing, Döbling, Hietzing – geht es um Hausgärten und vor allem um die vielen Kleingartenanlagen: Rasen, Hecke, Obstbäume, Beete, Gerätehütte. Dort ist Platz, meist gibt es eine Zufahrt, und die Arbeit läuft über die ganze Saison.
In den inneren Bezirken sieht dieselbe Dienstleistung anders aus. Dort pflegt ein Gärtner Innenhöfe, Dachterrassen, Balkone und Kübelpflanzen. Die Flächen sind klein, aber der Aufwand ist es nicht: Substrat, Pflanzen und Schnittgut müssen über das Stiegenhaus transportiert werden, ein Halteplatz vor dem Haus ist selten, und bei Gemeinschaftsflächen redet die Hausverwaltung mit. Beschreiben Sie bei der Anfrage deshalb immer die Fläche und den Zugang – das verändert ein Angebot stärker als die Quadratmeter.
Der Jahreslauf: welche Arbeit wann ansteht
| Arbeit | Zeit im Jahr | Worauf in Wien zu achten ist | Was ins Angebot gehört |
|---|---|---|---|
| Rasen mähen | Laufend vom Frühjahr bis in den Herbst | Ruhezeiten der Stadt Wien; zusätzlich Hausordnung, im Kleingarten das Vereinsstatut | Mähen, Kanten schneiden, Aufsammeln und Abtransport des Schnittguts, Intervall |
| Hecke schneiden | Pflegeschnitt in der Wachstumszeit, starker Rückschnitt in der Ruhephase | Brütende Vögel: vor dem Schnitt kontrollieren, bei besetztem Nest verschieben | Schnitt, gewünschte Höhe und Form schriftlich, Entsorgung des Schnittguts |
| Baumschnitt oder Fällung | Überwiegend in der Ruhephase des Baumes | Wiener Baumschutz: Fällung und starker Rückschnitt größerer Bäume sind bewilligungspflichtig, Bewilligung bei der Stadt Wien | Klärung der Bewilligung vorab, Seilklettertechnik oder Hubsteiger, Haftpflichtnachweis, Abtransport |
| Beet, Pflanzung, Neuanlage | Frühjahr und Herbst | Im Kleingarten die Vorgaben des Vereins zu Bepflanzung und Bebauung | Pflanzplan, Erde und Substrat, Pflanzen, Anwachspflege, Bewässerung |
| Laub und Winterschutz | Spätherbst bis zum Wintereinbruch | Grünschnitt und Laub gehören nicht in den Restmüll; Entsorgung über die Mistplätze der Stadt Wien | Laubräumung, Rückschnitt der Stauden, Frostschutz für Kübel, Entsorgung |
Drei Wiener Regeln, die über den Termin entscheiden
Das ist der Teil, an dem sich ein Fachbetrieb von einer Gelegenheitshilfe unterscheidet. Ein Profi spricht diese Punkte von selbst an, bevor er ein Angebot legt.
Ruhezeiten beim Rasenmähen
Rasenmäher, Motorsense und Laubbläser fallen unter die Lärmregelungen der Stadt Wien. Sonn- und Feiertage sowie die Abend- und Nachtstunden sind eingeschränkt. Zusätzlich kann Ihre Hausordnung enger sein, und in der Kleingartenanlage gilt das Statut des Vereins. Die genauen Zeitfenster erfahren Sie bei der Stadt Wien, bei der Hausverwaltung oder beim Verein – verlassen Sie sich nicht auf das, was der Nachbar macht. Für Sie heißt das praktisch: Ein Betrieb, der Ihnen einen Sonntagstermin für die Mäharbeit vorschlägt, kennt entweder die Regeln nicht oder nimmt sie nicht ernst.
Heckenschnitt und brütende Vögel
Hecken sind im Frühjahr und Sommer Brutplätze. Ein starker Rückschnitt in dieser Zeit kann Nester zerstören, deshalb gehört er in die Ruhephase; in der Wachstumszeit bleibt es beim schonenden Form- und Pflegeschnitt. Entscheidend ist die Kontrolle vor dem ersten Schnitt: Wer die Hecke ansieht, findet ein besetztes Nest, und die Arbeit wird verschoben. Wenn jemand ohne Blick in die Hecke sofort mit der Heckenschere ansetzt, sollten Sie ihn stoppen.
Baumschutz: ohne Bewilligung fällt kein Baum
In Wien sind Bäume ab einer bestimmten Größe geschützt. Fällung und starker Rückschnitt sind bewilligungspflichtig, und die Bewilligung ist bei der Stadt Wien einzuholen – im Hausgarten genauso wie im Kleingarten. Das ist der teuerste Irrtum in diesem Bereich, weil die Verantwortung bei der Eigentümerin oder dem Pächter bleibt, nicht bei dem, der gesägt hat. Ein seriöser Betrieb fragt zuerst nach Standort und Größe des Baumes, klärt die Bewilligung und beginnt erst danach. Fragen Sie außerdem nach der Haftpflichtversicherung: Ein Baum, der in der falschen Richtung fällt, trifft in Wien fast immer etwas.
Klären Sie bei jeder Baumarbeit die Bewilligung vor der Beauftragung, schriftlich, und lassen Sie sich sagen, wer sie einholt – Sie oder der Betrieb. Dasselbe gilt im Kleingarten für die Zustimmung des Vereins. Ein Angebot, das „das machen wir schon irgendwie“ sagt, ist kein Angebot.
Beschreiben Sie in wenigen Zeilen, was zu tun ist: Bezirk, Fläche, Art der Arbeit und Zugang. Auf Hirovo registrierte Gärtnerinnen und Gärtner sehen Ihre Anfrage und melden sich mit einem Angebot. Umfang, Termin und Preis besprechen Sie direkt miteinander.
Gartenarbeit anfragen →Woran Sie einen Fachbetrieb erkennen
- Gewerbeberechtigung und Firmensitz. Fragen Sie nach der Gewerbeberechtigung und danach, auf welches Unternehmen die Rechnung lautet. Das zu fragen ist normal, nicht unhöflich.
- Haftpflichtversicherung. Spätestens bei Baum-, Hub- und Kletterarbeiten unverzichtbar. Lassen Sie sich den Nachweis zeigen, bevor jemand auf Ihr Dach oder in die Krone steigt.
- Schriftliches Angebot mit Umfang. Welche Fläche, welche Arbeiten, welches Schnittbild, wie oft, und ob Aufsammeln und Entsorgung enthalten sind. Ohne diese Punkte vergleichen Sie zwei Zahlen, die verschiedene Dinge meinen.
- Besichtigung vor dem Angebot. Bei einer ungepflegten Fläche, einem alten Baum oder einer Dachterrasse ist ein Angebot per Telefon eine Schätzung, kein Preis. Klären Sie, ob die Besichtigung etwas kostet und ob sie bei Auftrag angerechnet wird.
- Rechnung und Gewährleistung. Die Rechnung ist Ihre einzige Grundlage, wenn eine Neupflanzung nicht anwächst oder ein Schaden entsteht. Bei Pflanzungen: Was gilt, wenn Pflanzen nicht anwachsen, und wer gießt in der Anwachsphase?
- Einmalauftrag oder Saisonvertrag. Beides ist legitim. Ein laufender Pflegevertrag hält die Fläche in einem Zustand, in dem jeder Einsatz kurz ist; ein Einmalauftrag nach Jahren ohne Pflege ist der aufwendigste Fall überhaupt.
Was kostet ein Gärtner in Wien? Die Punkte, die den Preis bestimmen
Einen gültigen Listenpreis gibt es nicht – zwei Gärten, die gleich aussehen, können sehr unterschiedliche Angebote bekommen. Was zählt, sind diese Punkte:
- Fläche und Zustand bei Beginn. Ein seit Jahren ungepflegter Kleingarten ist eine andere Aufgabe als eine laufend betreute Fläche gleicher Größe.
- Art der Arbeit. Mähen, Heckenschnitt, Baumarbeit, Beetpflege und Neuanlage unterscheiden sich in Ausrüstung, Qualifikation und Risiko deutlich.
- Zugänglichkeit. Innenhof ohne Zufahrt, Dachterrasse ohne Aufzug, Kleingartenanlage, in die kein Fahrzeug fährt: Transportwege sind ein eigener Posten.
- Menge des Grünschnitts und Entsorgung. Abtransport und Mistplatz kosten Zeit und Fahrten; bei größeren Mengen braucht es Anhänger oder Container.
- Notwendige Geräte. Hubsteiger, Seilklettertechnik, Häcksler oder Stockfräse verändern ein Angebot spürbar.
- Bewilligungen und Abstimmungen. Baumbewilligung, Zustimmung des Vereins oder der Hausverwaltung kosten Vorlauf und Arbeitszeit.
- Einmalig oder laufend. Ein Saisonvertrag mit festem Intervall wird anders kalkuliert als ein einzelner Einsatz mitten in der Hochsaison.
Das brauchbarste Vorgehen: Beschreiben Sie dieselbe Aufgabe mit denselben Worten mindestens zwei Betrieben und lassen Sie sich den Umfang schriftlich geben. Das niedrigste Angebot ist meistens das mit dem engsten Umfang – häufig fehlt darin die Entsorgung.
Welche Berufe in Wien gerade Inserate haben, sehen Sie in der Übersicht für Wien. Eine Ebene darüber liegt die Seite für das Bundesland Wien und darüber die Übersicht für Österreich.
Besonderheiten im Kleingarten
Im Schrebergarten gilt neben dem Wiener Recht immer noch das Statut Ihres Vereins, und das ist oft konkreter als alles andere: Es regelt Heckenhöhen, welche Bäume gepflanzt werden dürfen, wann Maschinen laufen dürfen, wo Material gelagert wird und ob Fahrzeuge auf die Anlage dürfen. Sagen Sie einem Betrieb vor dem Termin, dass es sich um eine Kleingartenanlage handelt und wie die Zufahrt aussieht – das entscheidet darüber, ob er mit Anhänger kommen kann oder alles über die Wege tragen muss. Und klären Sie vor jeder Baumarbeit beides: die Bewilligung der Stadt Wien und die Zustimmung des Vereins.
Kurz zusammengefasst
Einen Gärtner in Wien zu beauftragen ist unkompliziert, wenn Sie drei Dinge vorher klären: den Zugang zur Fläche, die Entsorgung des Grünschnitts und – bei Bäumen – die Bewilligung der Stadt Wien. Mähtermine gehören in die erlaubten Zeiten, ein starker Heckenrückschnitt nicht in die Brutzeit, und der Umfang gehört schriftlich ins Angebot. Ein Betrieb, der diese Punkte von sich aus anspricht, bevor er einen Preis nennt, ist in der Regel der richtige.
