Eine Sendung soll noch am Vormittag aus der Innenstadt in einen Außenbezirk, die nächste wartet in der Gegenrichtung, und die Tour, die bisher nebenher mitgelaufen ist, bleibt liegen. Wer in Wien einen Motorradkurier einstellen will, merkt dabei schnell, dass die schwierigen Fragen mit dem Fahren wenig zu tun haben: Wie beschäftigen Sie die Person, was steht im Inserat — und wer stellt eigentlich das Fahrzeug?
Dieser Beitrag richtet sich an Sie, wenn Sie in Wien einen Kurier- oder Botendienst führen oder in Ihrem Betrieb selbst zustellen und dafür jemanden motorisiert unterwegs haben wollen. Es geht um die Wortwahl im Inserat, um die Entscheidung zwischen Anstellung, freiem Dienstvertrag und Werkvertrag, um Kollektivvertrag und Anmeldung — und um die Fahrzeugfrage, an der die meisten Bewerbungen tatsächlich hängen.
Wien ist für die Zustellung zwei Städte in einer
Wien ist Stadt und Bundesland zugleich, aber für eine Kurierstelle zerfällt es in zwei sehr verschiedene Arbeitswelten. In den inneren Bezirken ist das Nadelöhr nicht die Fahrzeit — quer durch den Bezirk ist man schnell. Verloren wird die Zeit danach: bei der Zufahrt in Einbahnen und Fußgängerzonen, beim Abstellen in flächendeckenden Kurzparkzonen und auf dem letzten Wegstück zur Tür, also Durchhaus, Innenhof, Stiegenhaus ohne Lift, Türcode, niemand anzutreffen. In den Außenbezirken dreht sich das um: Dort zählen Distanz, saubere Tourenplanung und die Übergabe bei Gewerbe- und Logistikflächen, wo Sie an Rampen und Öffnungszeiten gebunden sind.
Welche dieser beiden Stellen Sie besetzen, sollte aus der Anzeige hervorgehen. Innerstädtisch suchen Sie jemanden mit Ortskenntnis und Geduld für viele Stopps von Haus zu Haus; außen jemanden, der eine Tour plant und Zeitfenster hält. Wer stadtweit fährt, braucht beides — und dann ist umso wichtiger, wie disponiert wird und wann Dienstbeginn und Dienstende sind.
Warum „Motorradkurier“ in Wien kaum gesucht wird
Das ist der erste praktische Punkt, und er kostet nichts außer einer Zeile. Der Wiener Kuriermarkt ist sprachlich vom Fahrrad geprägt. Gesucht wird nach Kurier, nach Kurierfahrer und nach Botendienst, sehr häufig auch ausdrücklich nach Fahrradkurier. Nach Motorradkurier wird in Wien praktisch nicht gesucht — weder nach der Stelle noch nach dem Gehalt. Ein Inserat, das ausschließlich mit diesem Wort überschrieben ist, wirbt also in einem Feld, in dem die Leute andere Wörter eingeben.
Das ist kein Grund, die Motorisierung zu verschweigen — im Gegenteil. Aber die Reihenfolge entscheidet.
- Beginnen Sie mit dem gesuchten Wort. Kurier, Kurierfahrer oder Botendienst gehören an den Anfang des Titels, das Fahrzeug unmittelbar daneben als Zusatz.
- Sagen Sie das Fahrzeug in der ersten Zeile. Wer mit dem Rad zustellen will, soll gar nicht erst weiterlesen — das spart beiden Seiten Gespräche, die ins Leere gehen.
- Schreiben Sie das Gebiet dazu. Ob innerstädtisch, außen oder stadtweit gefahren wird, ist für die Entscheidung wichtiger, als es aussieht.
- Trennen Sie Vollzeit und Teilzeit. Nach beidem wird getrennt gesucht. Ein Inserat, das es offenlässt, erreicht nicht mehr Leute, sondern weniger.
Wie die Stelle im Dienstvertrag heißt, ist davon unberührt. Der Titel der Anzeige ist ein Suchbegriff, keine Berufsbezeichnung.
Motorradkurier in Wien einstellen: Anstellung, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag?
Das ist die folgenreichste Entscheidung, und sie wird in der Branche auffällig oft gesucht — samt der Sorge dahinter, ob eine Konstruktion als Scheinselbständigkeit gewertet werden könnte. Diese Sorge ist berechtigt, und sie betrifft in erster Linie Sie: Wird ein Verhältnis später umqualifiziert, trägt die Nachzahlung der Betrieb, nicht die Person, die gefahren ist.
Entscheidend ist nicht, was auf dem Vertrag steht, sondern wie das Verhältnis tatsächlich gelebt wird. Beurteilt wird ein Gesamtbild, und die folgenden Fragen prägen es: Ist die Person an Weisungen zu Arbeitszeit, Einsatzgebiet und Arbeitsablauf gebunden? Ist sie in Ihren Betrieb eingegliedert, also in Dienstplan, Disposition und Auftreten nach außen? Wer stellt die Betriebsmittel, allen voran Fahrzeug, Mobiltelefon und Transportbox? Und darf sie sich jederzeit und ohne Ihre Zustimmung vertreten lassen?
Je mehr davon auf Ihren Betrieb zutrifft, desto eher sprechen die Merkmale für eine Anstellung — unabhängig davon, wie der Vertrag überschrieben ist. Das ist keine Rechtsauskunft und kann keine sein: Lassen Sie die konkrete Einordnung vorab von der Wirtschaftskammer, der Gesundheitskasse oder Ihrer Rechts- und Steuerberatung bestätigen, bevor Sie jemanden einsetzen.
| Beschäftigungsform | Was sie für Ihren Betrieb bedeutet | Was dadurch ins Inserat gehört |
|---|---|---|
| Anstellung in Vollzeit | Kollektivvertrag, Anmeldung vor Arbeitsantritt, Weisungsrecht und feste Verfügbarkeit; Fahrzeug und Ausrüstung stellen üblicherweise Sie | Ausmaß, Dienstzeiten, Einsatzgebiet, Entgeltangabe nach Kollektivvertrag, Fahrzeugfrage |
| Anstellung in Teilzeit | Dieselben Pflichten wie in Vollzeit; planbar, wenn die Spitzen im Tagesverlauf wiederkehren | Gewünschte Verteilung: an welchen Tagen, in welchem Zeitfenster — sonst kann niemand rechnen |
| Geringfügige Beschäftigung | Ebenfalls anzumelden, ebenfalls vor Arbeitsantritt; Grenze und Abgaben klären Sie vorab mit der Gesundheitskasse | Ehrliches Stundenausmaß und feste Zeitfenster statt nach Bedarf |
| Freier Dienstvertrag | Sozialversicherungspflichtig und meldepflichtig, aber arbeitsrechtlich anders gestellt; hält nur, wenn die Merkmale tatsächlich passen | Klar benennen, wie disponiert wird und wie frei die Einteilung wirklich ist |
| Werkvertrag mit einem selbständigen Betrieb | Ein eigener Unternehmer mit eigener Berechtigung, eigenem Fahrzeug und eigener Versicherung; keine Eingliederung, kein Weisungsrecht im Detail | Als Auftrag ausschreiben, nicht als Stelle: Leistung, Gebiet, Zeitraum, Abrechnung |
| Arbeitskräfteüberlassung | Für kurze Spitzen; der Überlasser ist der Dienstgeber, überlassene Kräfte haben Anspruch auf Gleichbehandlung | Keine eigene Anzeige nötig — aber klären, wer Fahrzeug, Ausrüstung und Unterweisung stellt |
Kollektivvertrag, Entgeltangabe und die Anmeldung
In Österreich richtet sich der anzuwendende Kollektivvertrag nach der Branche Ihres Betriebs, nicht nach der Tätigkeit der Person. Bei einem Kurier- und Botendienst kommt üblicherweise der Bereich der Güterbeförderung in Betracht. Stellt dagegen ein Handels-, Gastronomie- oder Apothekenbetrieb selbst zu, kann ein ganz anderer Kollektivvertrag gelten, obwohl die Arbeit von außen gleich aussieht. Einen allgemeinen Kurier-Kollektivvertrag, den man einmal nachschlägt, gibt es also nicht.
Der jeweils geltende Kollektivvertrag ist überall ähnlich gebaut: Er gibt ein verbindliches Mindestentgelt vor und ordnet die Tätigkeit einer Einstufung zu, bei der auch anrechenbare Vordienstzeiten zählen. Bevor Sie ein Entgelt in ein Inserat schreiben, muss deshalb feststehen, welcher Kollektivvertrag für Sie gilt und in welche Einstufung die Tätigkeit fällt. Die Auskunft und die aktuelle Tabelle bekommen Sie über die Fachgruppe bei der Wirtschaftskammer oder über die zuständige Gewerkschaft; Werte aus fremden Inseraten sind dafür keine Grundlage.
Dass das kollektivvertragliche Mindestentgelt im Stelleninserat angegeben wird, üblicherweise verbunden mit dem Hinweis auf Bereitschaft zur Überzahlung, ist in Österreich die Erwartung. Behandeln Sie das als Prüfauftrag und nicht als erledigten Punkt: Lassen Sie sich die genaue Formulierung für Ihre Branche und Ihre Einstufung bestätigen, bevor das Inserat online geht.
Die Anmeldung lässt sich nicht nachholen
Die Anmeldung bei der Gesundheitskasse muss vor Arbeitsantritt erfolgen — bei Vollzeit, bei Teilzeit, bei geringfügiger Beschäftigung und auch beim freien Dienstvertrag. Dass so oft danach gesucht wird, ob man rückwirkend anmelden kann, zeigt, wie häufig dieser Punkt zu spät bedacht wird. Die Antwort ist unbequem: Nachträglich drohen Beitragszuschläge, und passiert am ersten Tag etwas auf der Strecke, steht zusätzlich die Frage im Raum, ob die Person überhaupt versichert war. Dazu kommen zwei Punkte aus derselben Vorbereitung: Eine Probezeit gilt nur, wenn sie vereinbart ist, und Arbeitszeitaufzeichnungen sind kein Extra — bei Touren, die sich über den Tag verschieben, sind sie der einzige Weg, Diskussionen später zu vermeiden.
Klären Sie außerdem vorab, ob Ihr Betrieb für die gewerbliche Zustellung eine eigene Gewerbeberechtigung braucht und welche. Das ist eine Frage an Ihren Betrieb, nicht an die Person, die Sie einstellen — und sie sollte beantwortet sein, bevor die erste Tour fährt. Die Wirtschaftskammer ist dafür die richtige Adresse.
Wenn Beschäftigungsform, Einsatzgebiet, Dienstzeiten, Entgeltangabe und die Fahrzeugfrage geklärt sind, ist die Anzeige in wenigen Minuten geschrieben. Auf Hirovo schreiben Sie die Stelle aus, und Interessierte aus Wien und Umgebung bewerben sich direkt bei Ihnen.
Stelle ausschreiben →Die Fahrzeugfrage entscheidet die Bewerbung
Kein anderer Punkt wird so oft offengelassen und kostet so viele Bewerbungen. Wer motorisiert zustellt, will vor dem ersten Gespräch wissen, ob er sein eigenes Fahrzeug einsetzt oder eines bekommt. Beides ist üblich, aber es sind zwei verschiedene Stellen.
- Dienstfahrzeug. Sie tragen Zulassung, Versicherung, Service und wiederkehrende Überprüfung, bestimmen dafür Zustand, Transportbox und Erscheinungsbild. Der Bewerberkreis ist deutlich größer, weil niemand ein eigenes Fahrzeug mitbringen muss. Regeln Sie schriftlich, ob eine private Nutzung erlaubt ist; die steuerliche Seite davon klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
- Eigenes Fahrzeug. Der Start ist schneller, dafür muss mehr vorher feststehen: ob die Versicherung die berufliche Nutzung überhaupt deckt, wie der Aufwand ersetzt wird, wer Wartung und Reparatur trägt — und vor allem, was gilt, wenn das Fahrzeug steht. Genau dieser letzte Punkt ist der häufigste Grund, warum eine passende Person nach dem ersten Gespräch nicht mehr antwortet.
- Lenkberechtigung und Ausrüstung. Die Person braucht die zum eingesetzten Fahrzeug passende Lenkberechtigung, und Sie müssen sich diese nachweisen lassen. Schutzausrüstung, Sichtbarkeit und Wetterschutz gehören ebenfalls geklärt, samt der Frage, wer sie stellt.
- Winter und Wetter. In Wien wird auch bei Nässe, Schneematsch und Dunkelheit zugestellt. Wer offen dazusagt, dass Tourenzeiten bei schlechten Bedingungen angepasst werden, bekommt Bewerbungen von Leuten, die bleiben — und die Sicherheitsunterweisung ist ohnehin Ihre Aufgabe.
Was andere Betriebe in Wien gerade ausschreiben
Bevor Sie veröffentlichen, lohnt ein Blick darauf, wer in Ihrer Gegend um dieselben Leute wirbt und mit welchen Arbeitszeiten. Die Übersicht für Wien zeigt, welche Berufe hier aktuell ausgeschrieben sind; eine Ebene darüber liegt das Bundesland Wien und darüber ganz Österreich. Hirovo ist ein Marktplatz für Arbeit in der Umgebung: Sie schreiben die Stelle aus, Interessierte melden sich direkt bei Ihnen, und die Konditionen vereinbaren Sie miteinander.
Zusammengefasst
Eine Kurierstelle in Wien scheitert selten am Fahren. Sie scheitert daran, dass das Inserat unter einem Wort steht, nach dem hier niemand sucht, dass die Beschäftigungsform nicht sauber geklärt ist und dass die Fahrzeugfrage offenbleibt. Schreiben Sie den Titel also mit den Wörtern, die tatsächlich eingegeben werden, entscheiden Sie bewusst zwischen Anstellung, freiem Dienstvertrag und Werkvertrag und lassen Sie sich Einordnung, Kollektivvertrag und Entgeltangabe vorab bestätigen. Melden Sie vor dem ersten Arbeitstag an, und sagen Sie klar, wer das Fahrzeug stellt. Dann bewirbt sich jemand, der auch bleibt.
