Die Steckdose riecht verschmort, der neue Herd steht unangeschlossen in der Küche, oder am Sonntagabend ist in der halben Wohnung der Strom weg. Dann wollen Sie schnell einen Elektriker beauftragen, und die Kosten klären viele erst, wenn die Rechnung da ist. Als Mieter kommt eine zweite Frage dazu: Wer bezahlt das eigentlich?
Dieser Ratgeber richtet sich an Mieter und Eigentümer in Deutschland. Sie lesen, aus welchen Posten die Rechnung besteht, wann der Notdienst wirklich nötig ist und woran Sie unseriöse Anbieter erkennen. Euro-Beträge nennen wir bewusst nicht: Sie hängen von Region, Uhrzeit und Arbeit ab, und ein Durchschnittswert schützt nicht vor einer überhöhten Rechnung.
Elektriker beauftragen: woraus sich die Kosten zusammensetzen
Eine Elektrikerrechnung besteht meist aus wenigen Posten. Wer sie kennt, stellt schon am Telefon die richtigen Fragen. Der oft erfragte Stundenlohn erklärt die Rechnung nicht: Der Stundensatz eines Betriebs enthält mehr als den Lohn, und er ist nur einer von mehreren Posten.
| Posten | Was dahintersteckt | Was Sie fragen |
|---|---|---|
| Anfahrt | Pauschale oder nach Entfernung; bei kleinen Aufträgen fällt sie besonders ins Gewicht | Wie wird die Anfahrt berechnet? |
| Arbeitszeit | Stundensatz je Monteur, oft in festen Zeittakten; auch die Fehlersuche zählt | Stundensatz inklusive Umsatzsteuer? Welcher Takt? Kommt ein zweiter Monteur? |
| Material | Steckdosen, Leitungen, Sicherungsautomaten und Kleinmaterial | Wird das Material einzeln aufgeführt? Darf ich etwas selbst stellen? |
| Zuschläge | Abend, Nacht, Sonntag und Feiertag; der Notdienst hat oft eine eigene Pauschale | Welcher Zuschlag gilt jetzt, und worauf wird er berechnet? |
| Nebenarbeiten | Schlitze stemmen und schließen, Altgeräte entsorgen: nicht immer enthalten | Wer schließt die Wand wieder, und steht das im Angebot? |
| Zustand der Anlage | Alte Leitungen oder eine volle Verteilung erhöhen den Aufwand | Muss vorher etwas an der Anlage geändert werden? |
Bei größeren Arbeiten holen Sie zwei oder drei schriftliche Angebote auf derselben Grundlage ein. Das niedrigste Angebot ist oft das mit den wenigsten Positionen. Fragen Sie nach, was fehlt.
Kostenvoranschlag oder Festpreis
Ein Kostenvoranschlag ist in der Regel eine Schätzung. Zeichnet sich ab, dass er wesentlich überschritten wird, muss der Betrieb Sie nach § 649 BGB unverzüglich informieren. Sie können den Vertrag dann kündigen und zahlen im Wesentlichen die bis dahin geleistete Arbeit. Mehr Sicherheit gibt ein Festpreis für eine genau beschriebene Leistung.
Typische Aufträge: Steckdose, Herd und Lampe
Bei kleinen Arbeiten entscheidet selten das Gerät über den Aufwand. Entscheidend ist, was in der Wand und im Sicherungskasten schon vorhanden ist.
Steckdose
Eine zusätzliche Steckdose kann eine kurze Arbeit sein, wenn eine Leitung in der Nähe liegt. Aufwendiger wird es, wenn eine neue Leitung von der Verteilung bis ins Zimmer verlegt werden muss. Auf Putz geht es meist schneller. Unter Putz entstehen Schlitze, die jemand wieder schließen muss. Bei einer defekten Steckdose kommt es darauf an, ob nur die Dose oder auch die Leitung dahinter betroffen ist.
Herd anschließen
Beim Herd zählt zuerst, ob in der Küche ein passender Anschluss vorhanden ist und ob der Stromkreis zum Gerät passt. Dann bleibt die Arbeit überschaubar. Fehlt die Anschlussdose oder soll ein leistungsstarkes Kochfeld an eine alte Leitung, wird es mehr. Halten Sie die Anschlussdaten aus der Anleitung bereit. Fragen Sie beim Kauf außerdem, ob der Händler den Anschluss anbietet und wer dann für die Arbeit einsteht.
Lampe anschließen
Eine Lampe an einem vorhandenen Deckenauslass ist einer der kleinsten Aufträge. Gerade hier fällt die Anfahrt besonders ins Gewicht. Bündeln Sie deshalb kleine Arbeiten: mehrere Lampen, eine lockere Steckdose, ein defekter Schalter. Fehlt der Auslass, muss eine neue Leitung gelegt werden, und das ist ein anderer Auftrag. Sind Sie unsicher, ob die Leitung spannungsfrei ist, arbeiten Sie nicht selbst daran.
Für eine Lampe, eine zusätzliche Steckdose oder den Herdanschluss stellen Sie auf Hirovo kostenlos einen Auftrag ein. Menschen in Ihrer Nähe, die Elektroarbeiten anbieten, sehen ihn und melden sich. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.
Kostenlos Auftrag einstellen →Elektriker-Notdienst: echter Notfall oder regulärer Termin?
Der Notdienst kostet wegen der Zuschläge meist mehr als ein regulärer Termin. Bei Gefahr ist das die falsche Stelle zum Sparen. Bei allem anderen lohnt sich die Frage, ob die Arbeit bis zum nächsten Werktag warten kann.
| Situation | Einschätzung | Was Sie jetzt tun |
|---|---|---|
| Brandgeruch, Rauch, Schmorspuren, Funken | Notfall | Sicherung ausschalten, wenn das gefahrlos geht. Bei Feuer oder Rauch die 112 rufen. |
| Wasser an Steckdosen oder im Sicherungskasten | Notfall | Nichts anfassen, nasse Bereiche meiden, Notdienst rufen. |
| Sicherung löst nach dem Einschalten sofort wieder aus | Dringend | Geräte ausstecken, einmal neu einschalten. Löst sie erneut aus: nicht weiter probieren. |
| Strom im ganzen Haus oder in der Straße weg | Oft Sache des Netzes | Nachbarn fragen, Störungsdienst des Netzbetreibers kontaktieren. |
| Einzelne Steckdose oder Lampe ohne Funktion, kein Geruch | Kann warten | Stelle nicht benutzen, regulären Termin vereinbaren. |
| Herd anschließen, neue Steckdose, Lampe montieren | Kein Notfall | Angebot einholen, Termin zu normalen Zeiten legen. |
So erkennen Sie unseriöse Notdienst-Angebote
Wer unter Druck anruft, vergleicht selten. Darauf setzen unseriöse Anbieter. Achten Sie auf diese Warnzeichen:
- Keine klare Firma: Die Anzeige wirkt örtlich, der Anruf landet aber bei einer Vermittlung. Fragen Sie nach Firmenname und Anschrift.
- Kein Preis am Telefon: Anfahrt, Stundensatz und Zuschlag lassen sich vorab nennen. Wer ausweicht, kalkuliert oft erst vor Ort.
- Druck zur Sofortzahlung: Klären Sie vorher, ob Sie auf Rechnung überweisen können. Unterschreiben Sie keine leeren Formulare.
- Große Arbeiten in der Nacht: Der Notdienst soll die Anlage sichern. Eine Erneuerung des Sicherungskastens braucht in der Regel ein Angebot und einen regulären Termin.
Kommt Ihnen eine Rechnung überhöht vor, lassen Sie sie von einer Verbraucherzentrale ansehen.
Erst sichern, dann telefonieren. Schalten Sie bei Geruch oder Funken den betroffenen Stromkreis ab, wenn das gefahrlos möglich ist, und ziehen Sie betroffene Geräte nur mit trockenen Händen heraus. Öffnen Sie keine Dosen und keine Abdeckungen im Sicherungskasten. Nach einem Stromschlag gehört die Person ärztlich untersucht.
Elektriker beauftragen als Mieter: erst melden, dann handeln
Als Mieter können Sie einen Auftrag erteilen. Die entscheidende Frage ist, wer am Ende bezahlt. Defekte an der fest installierten Elektrik, also an Leitungen, Steckdosen oder Sicherungskasten, sind in der Regel Sache des Vermieters. Er muss davon aber erfahren. Melden Sie den Mangel deshalb zuerst dem Vermieter oder der Hausverwaltung, am besten schriftlich und mit Fotos.
Beauftragen Sie ohne Absprache selbst, tragen Sie das Kostenrisiko: Sie sind Vertragspartner des Betriebs und bekommen die Rechnung. Ob der Vermieter sie erstattet, ist nicht sicher. Hat ein eigenes Gerät den Schaden verursacht, kann die Rechnung ebenfalls bei Ihnen bleiben.
Anders kann es bei akuter Gefahr aussehen, etwa bei Brandgeruch in der Nacht, wenn niemand erreichbar ist. Sicherheit geht vor. Versuchen Sie trotzdem, Vermieter und Verwaltung zu erreichen, und notieren Sie die Uhrzeit Ihrer Anrufe. Machen Sie Fotos, lassen Sie nur das Nötige erledigen und die Ursache auf der Rechnung festhalten. Ob und in welcher Höhe Sie die Kosten zurückbekommen, hängt vom Einzelfall ab. Ein Mieterverein kann das mit Ihnen prüfen.
Eigene Wünsche sind etwas anderes. Eine zusätzliche Steckdose, Ihre neue Lampe oder der Anschluss Ihres eigenen Herds sind in der Regel Ihr Auftrag und Ihre Rechnung. Für Eingriffe in die Installation holen Sie vorher die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein.
Den Elektrobetrieb prüfen: Eintragung, Rechnung, Gewährleistung
Elektrotechniker steht in Anlage A der Handwerksordnung und ist damit ein zulassungspflichtiges Handwerk. Prüfen Sie vor dem Auftrag diese Punkte:
- Handwerksrolle: Fragen Sie nach der Handwerkskarte oder bei der Handwerkskammer nach.
- Installateurverzeichnis: Nach § 13 NAV dürfen Arbeiten an der Anlage hinter dem Hausanschluss, außer dem Netzbetreiber selbst, nur Betriebe ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind.
- Fachgerechte Ausführung: Für das Errichten von Niederspannungsanlagen gilt die Normenreihe DIN VDE 0100.
- E-Check: Dieser Prüfdienst ist freiwillig. Er kann sich etwa bei einer alten Anlage lohnen, ist aber kein Ersatz für eine Reparatur.
- Gewährleistung: Nach § 634a BGB gelten bei Arbeiten an einem Bauwerk fünf Jahre, sonst zwei Jahre. Klären Sie bei größeren Arbeiten, was für Ihren Auftrag gilt.
- Rechnung und Überweisung: Nach § 35a EStG können die Arbeitskosten als Handwerkerleistung begünstigt sein. Lassen Sie Arbeit und Material getrennt ausweisen und zahlen Sie per Überweisung.
- Keine Schwarzarbeit: Bei Arbeit ohne Rechnung nach dem SchwarzArbG haben Sie keinen Gewährleistungsanspruch, und bei Elektrik bleibt das Sicherheitsrisiko bei Ihnen.
Wie Sie Angebote allgemein vergleichen und was bei der Abnahme wichtig ist, steht in unserem Ratgeber Handwerker finden und beauftragen.
Elektriker finden mit einem kostenlosen Auftrag bei Hirovo
Einen Auftrag stellen Sie auf Hirovo kostenlos ein. Menschen aus Ihrer Region, die Elektroarbeiten anbieten, sehen ihn, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.
Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo prüft weder Handwerksrolle noch Installateurverzeichnis und ist weder Vermittler noch Elektrobetrieb. Diese Angaben klären Sie vor dem Auftrag selbst. Für einen akuten Notfall ist ein eingestellter Auftrag nicht der richtige Weg, denn Antworten brauchen Zeit.
Beschreiben Sie die Arbeit, das Gerät und den Zustand der Anlage. Schreiben Sie dazu, ob Sie Mieter oder Eigentümer sind und ob der Vermieter zugestimmt hat. Nennen Sie den Stadtteil, nicht Ihre Adresse; die bekommt erst die Person, die Sie auswählen.
Kurz gesagt
Wenn Sie einen Elektriker beauftragen, klären Sie vorab Anfahrt, Stundensatz, Material und Zuschläge. Prüfen Sie die Eintragung des Betriebs, verlangen Sie eine Rechnung und zahlen Sie per Überweisung. So sichern Sie Gewährleistung und Steuervorteil zugleich.
Bei Geruch, Funken oder Wasser handeln Sie sofort. Alles andere kann meist auf einen regulären Termin warten. Als Mieter melden Sie Defekte zuerst dem Vermieter; im Zweifel hilft ein Mieterverein.
