Hirovo
Hirovo
← Alle Beiträge

Parkett abschleifen lassen: Wann es sich lohnt, was die Kosten bestimmt und wie Sie einen Parkettleger finden

· 10 Min. Lesezeit
Glänzendes Fischgrätparkett in Nahaufnahme

Der Holzboden ist grau geworden, im Flur sind Laufstraßen zu sehen, unter dem Esstisch Kratzer von den Stühlen. Oder Sie haben eine Altbauwohnung gekauft und unter dem Teppich alte Dielen gefunden. Dann stellt sich die Frage, ob Sie Ihr Parkett abschleifen lassen und was das kostet. Ein frisch geschliffener Boden sieht oft aus wie neu. Aber nicht jeder Boden lässt sich schleifen, und die falsche Oberfläche kann Ihnen jahrelang Arbeit machen.

Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümerinnen, Eigentümer, Mieterinnen und Mieter in Deutschland. Sie lesen, bei welchem Boden sich das Abschleifen lohnt, ob Versiegeln oder Ölen besser zu Ihnen passt, was die Kosten bestimmt, wie die Arbeit abläuft und wie Sie einen guten Parkettleger erkennen. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von Ihrem Boden, Ihrer Region und dem Betrieb ab.

Parkett abschleifen: geht das bei Ihrem Boden?

Beim Schleifen wird die oberste Holzschicht samt alter Oberfläche abgetragen. Das geht nur, wenn genug Holz da ist. Entscheidend ist also, was bei Ihnen tatsächlich liegt.

Bodenbelag, ob er sich schleifen lässt und worauf Sie vorher achten sollten.
BodenbelagSchleifen möglich?Worauf Sie achten
MassivparkettJa, in der Regel mehrmalsDurchgehend Holz; Zustand der Verklebung und lose Stäbe prüfen
Massive DielenJa, in der Regel mehrmalsNägel versenken, breite Fugen und lose Dielen vorher klären
Fertig- oder MehrschichtparkettNur bei ausreichend dicker NutzschichtStärke der Nutzschicht prüfen lassen; zu dünn heißt: Schliff bricht durch
LaminatNeinNur ein Foto vom Holz; austauschen statt schleifen
VinylNeinKunststoffbelag; beschädigte Elemente werden ersetzt

Wissen Sie nicht genau, was verlegt ist, lassen Sie es vom Parkettleger bei der Besichtigung prüfen. Oft sieht man den Aufbau an einer Schwelle, an einer Übergangsleiste oder an einer Stelle, an der ein Heizungsrohr durch den Boden geht. Ein seriöser Betrieb sagt Ihnen auch, wenn sich ein Schliff nicht mehr lohnt.

Wann sich das Abschleifen lohnt

Tiefe Kratzer, abgelaufene Stellen, Wasserflecken, eine vergilbte alte Lackschicht oder Farbreste nach einer Renovierung sind typische Gründe. Sind nur die Oberfläche matt und ein paar feine Kratzer zu sehen, reicht manchmal eine Grundreinigung und eine Auffrischung der Versiegelung oder des Öls. Das ist weniger Arbeit und trägt kein Holz ab. Fragen Sie den Parkettleger, welche Variante bei Ihrem Boden sinnvoll ist.

Parkett abschleifen und versiegeln oder ölen?

Nach dem Schliff ist das Holz offen und braucht eine neue Oberfläche. Die zwei großen Wege sind Versiegeln und Ölen. Beide haben ihre Berechtigung, sie passen nur zu unterschiedlichen Haushalten.

  • Versiegeln mit Lack: Der Lack bildet eine geschlossene Schicht auf dem Holz. Das ist strapazierfähig und im Alltag pflegeleicht, gut für Flure, Küchen und Haushalte mit Kindern oder Tieren. Tiefe Kratzer in der Lackschicht lassen sich aber nicht punktuell ausbessern; dann muss meist eine größere Fläche überarbeitet werden.
  • Ölen oder Wachsen: Öl zieht ins Holz ein, der Boden wirkt natürlicher und fühlt sich wärmer an. Einzelne Stellen lassen sich leichter nachbehandeln. Dafür braucht ein geölter Boden regelmäßige Pflege und ist empfindlicher gegen Flecken.
  • Wasserlack oder lösemittelhaltig: Wasserbasierte Lacke riechen weniger und sind in bewohnten Räumen angenehmer. Lösemittelhaltige Produkte werden für bestimmte Hölzer oder Anforderungen noch eingesetzt. Fragen Sie, welches Produkt der Betrieb nimmt und warum.

Wichtig ist bei beiden Wegen die Zeit danach. Eine Oberfläche ist schneller begehbar als belastbar. Wann Sie wieder mit Socken laufen, wann Möbel zurückkommen und wann Teppiche aufgelegt werden dürfen, steht in der Anleitung des Herstellers. Lassen Sie sich diese Zeiten vom Parkettleger nennen und planen Sie den Umzug Ihrer Möbel danach.

Mietwohnung und Staub vorher klären. In einer Mietwohnung dürfen Sie das Parkett nur mit Zustimmung des Vermieters abschleifen lassen; holen Sie sie schriftlich ein. Und fragen Sie den Betrieb, ob die Schleifmaschine mit Absaugung arbeitet. Feiner Holzstaub zieht sonst durch die ganze Wohnung, in Schränke und Polster. Türen abkleben und empfindliche Dinge aus dem Raum bringen hilft zusätzlich.

Parkett abschleifen lassen: Kosten und was sie bestimmt

Parkettleger rechnen in aller Regel pro Quadratmeter ab. Was am Ende auf der Rechnung steht, hängt aber von mehr ab als der Fläche. Diese Punkte verändern ein Angebot:

  • Fläche: Große, zusammenhängende Räume sind einfacher als viele kleine Zimmer mit Ecken und Nischen. Bei kleinen Flächen fallen Anfahrt und Einrichtung stärker ins Gewicht.
  • Zustand: Tiefe Kratzer, alte Lackschichten oder Farbreste brauchen mehr Schleifgänge.
  • Reparaturen: Lose Stäbe kleben, beschädigte Dielen tauschen, breite Fugen schließen, Nägel versenken.
  • Treppen: Stufen werden meist einzeln und überwiegend von Hand bearbeitet und eigens berechnet.
  • Sockelleisten: Abnehmen, wieder anbringen oder neu setzen ist oft eine eigene Position.
  • Oberfläche: Lack, Öl oder Wachs, die Zahl der Schichten und das Produkt selbst.
  • Möbel räumen und Anfahrt: Fragen Sie, ob das enthalten ist oder gesondert berechnet wird.

Ein gutes Angebot nennt den Preis pro Quadratmeter und listet die Arbeitsschritte auf: wie viele Schleifgänge, ob die Fugen gekittet werden, wie viele Lack- oder Ölschichten aufgetragen werden und was Zusatzarbeiten kosten. Angebote, in denen nur eine Summe steht, lassen sich kaum vergleichen. Ein Preis nach Fotos ist eine Schätzung. Den verbindlichen Preis gibt es meist erst nach einer Besichtigung.

Parkett abschleifen lassen?

Beschreiben Sie Fläche, Bodenart und gewünschte Oberfläche und legen Sie Fotos bei. Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Parkettleger in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.

Kostenlos Anzeige aufgeben →

So läuft das Abschleifen ab

  • Besichtigung: Der Parkettleger sieht sich Boden, Fläche und Zustand an und klärt, ob ein Schliff möglich ist.
  • Schriftliches Angebot: Preis pro Quadratmeter, Arbeitsschritte, Oberfläche, Zusatzarbeiten und Termin.
  • Räumen: Die Räume müssen leer sein. Klären Sie vorher, wer die Möbel trägt.
  • Schleifen: Mehrere Gänge mit immer feinerem Korn, Ränder und Ecken mit einer eigenen Maschine.
  • Fugen kitten: Feine Fugen werden mit Kitt und Schleifstaub geschlossen, danach folgt ein Feinschliff.
  • Oberfläche: Lack in mehreren Schichten mit Zwischenschliff oder Öl, das eingearbeitet wird.
  • Trocknen und Abnahme: Erst nach der genannten Zeit belasten. Sehen Sie sich den Boden bei Tageslicht an, bevor Sie die Rechnung bezahlen.

Planen Sie die Arbeit nicht direkt vor einem Termin, an dem Sie die Räume dringend brauchen. Und wenn Wände gestrichen werden sollen, klären Sie die Reihenfolge mit beiden Handwerkern. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Maler beauftragen.

Einen guten Parkettleger finden

Parkettleger ist seit Februar 2020 wieder ein zulassungspflichtiges Handwerk. Wer es selbstständig ausübt, muss in die Handwerksrolle eingetragen sein, in der Regel mit Meisterbrief; Betriebe, die schon vorher eingetragen waren, dürfen weiterarbeiten. Fragen Sie im Zweifel nach dem Eintrag oder bei der Handwerkskammer nach. Der Eintrag sagt aber noch nichts über die Qualität im Einzelfall, deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

  • Referenzen: Fragen Sie nach Fotos früherer Arbeiten oder nach Kunden, die Sie anrufen dürfen. Gute Betriebe zeigen gern, was sie gemacht haben.
  • Schriftliches Angebot: Pro Quadratmeter, mit Schleifgängen, Fugenkitt, Zahl der Schichten und Zusatzarbeiten. Kein Auftrag nur auf Zuruf.
  • Gewerbe und Rechnung: Name und Anschrift des Betriebs, eine Rechnung mit Leistung und Betrag. Ohne Rechnung haben Sie bei Mängeln kaum etwas in der Hand und keinen Steuerbonus.
  • Ehrliche Einschätzung: Wer Ihnen bei dünnem Fertigparkett ohne Prüfung einen Schliff verspricht, kennt Ihren Boden nicht.

Steuerbonus nach § 35a EStG

Das Abschleifen in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus kann als Handwerkerleistung gelten. Dann ziehen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht, lassen Sie den Arbeitsanteil deshalb auf der Rechnung getrennt ausweisen. Nötig sind eine Rechnung und eine Überweisung, Barzahlung zählt nicht. Fragen Sie im Zweifel Ihren Steuerberater.

Parkettleger finden mit einer kostenlosen Anzeige bei Hirovo

Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Parkettleger aus Ihrer Region sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie. Hirovo ist in Deutschland noch klein, und in manchen Regionen kann es dauern, bis sich jemand meldet.

Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo prüft Anbieter nicht und ist weder Arbeitgeber noch Vermittler. In die Anzeige gehören die Fläche in Quadratmetern, die Bodenart, falls bekannt, Fotos vom Boden und von Schäden, ob Treppen dazugehören, die gewünschte Oberfläche und der Zeitraum. Nennen Sie den Stadtteil, nicht Ihre Adresse; die bekommt erst der Betrieb, den Sie auswählen.

Kurz gesagt

Ob Sie Ihr Parkett abschleifen lassen können, entscheidet der Boden: Massivparkett und Dielen meist mehrmals, Fertigparkett nur mit dicker Nutzschicht, Laminat und Vinyl nie. Danach wählen Sie zwischen strapazierfähigem Lack und natürlichem Öl, das mehr Pflege braucht.

Vergleichen Sie Angebote pro Quadratmeter mit denselben Arbeitsschritten, fragen Sie nach Referenzen und einer Maschine mit Absaugung, holen Sie in der Mietwohnung die Zustimmung des Vermieters ein und zahlen Sie per Überweisung gegen Rechnung. So bekommen Sie einen schönen Boden und den Steuerbonus.

Häufige Fragen

Was kostet es, Parkett abschleifen zu lassen?

Einen Preis, der für jeden Boden stimmt, gibt es nicht. Parkettleger rechnen meist pro Quadratmeter ab. Wie viel am Ende auf der Rechnung steht, hängt von der Fläche, vom Zustand des Holzes, von der gewählten Oberfläche und von Zusatzarbeiten ab: Reparaturen, getauschte Dielen, Treppen, Sockelleisten, Möbel räumen und Anfahrt. Kleine Flächen sind pro Quadratmeter oft teurer, weil Anfahrt und Einrichtung gleich bleiben. Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot geben, in dem die Schleifgänge, das Kitten der Fugen und die Zahl der Lack- oder Ölschichten stehen. Nur so können Sie zwei oder drei Angebote wirklich vergleichen.

Wie oft kann man Parkett abschleifen?

Das hängt davon ab, wie viel Holz über der Nut beziehungsweise wie dick die oberste Holzschicht ist. Massivparkett und massive Dielen lassen sich in der Regel mehrmals schleifen, weil durchgehend Holz vorhanden ist. Bei Fertig- oder Mehrschichtparkett ist nur die obere Nutzschicht aus Edelholz. Ist sie dünn oder wurde schon einmal geschliffen, kann ein weiterer Schliff durchbrechen. Lassen Sie die Stärke vor dem Auftrag prüfen, zum Beispiel an einer Schwelle oder einer Stelle, an der der Querschnitt sichtbar ist. Laminat und Vinyl haben keine Holzschicht und lassen sich gar nicht schleifen.

Darf ich in der Mietwohnung das Parkett abschleifen lassen?

Nur mit Zustimmung des Vermieters. Der Boden gehört zur Mietsache, und Abschleifen verändert ihn dauerhaft: Holz wird abgetragen, Farbton und Oberfläche können sich ändern. Holen Sie die Zustimmung schriftlich ein und klären Sie dabei, welche Oberfläche gewünscht ist und wer die Kosten trägt. Manchmal reicht bei leichten Gebrauchsspuren auch eine gründliche Reinigung und Auffrischung der Oberfläche, die den Boden kaum verändert. Fragen Sie im Zweifel beim Vermieter nach oder lassen Sie sich von einer Mieterberatung erklären, was in Ihrem Mietvertrag geregelt ist, bevor Sie einen Parkettleger beauftragen.

Kann ich das Abschleifen von der Steuer absetzen?

Ja, die Arbeit kann als Handwerkerleistung nach § 35a EStG gelten, wenn sie in Ihrem Haushalt erledigt wird. Dann ziehen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von Ihrer Steuerschuld ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Begünstigt sind die Arbeitskosten, einschließlich Anfahrt und Maschinen, nicht aber das Material wie Lack, Öl oder neue Dielen. Lassen Sie den Arbeitsanteil deshalb auf der Rechnung getrennt ausweisen. Sie brauchen eine Rechnung und müssen per Überweisung zahlen, Barzahlung zählt nicht. Ob und in welcher Höhe der Abzug in Ihrem Fall gilt, klären Sie mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt.

Wie hilft mir Hirovo, und prüft Hirovo die Parkettleger?

Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Parkettleger und Handwerksbetriebe in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App, und Sie entscheiden, wen Sie beauftragen. Hirovo ist in Deutschland eine kleine Plattform. Wir prüfen Anbieter nicht, kontrollieren weder Identität noch Qualifikation und sind weder Arbeitgeber noch Vermittler. In manchen Regionen kann es dauern, bis sich jemand meldet. Eine genaue Beschreibung mit Fläche, Fotos vom Boden und gewünschter Oberfläche erhöht Ihre Chancen. Referenzen, Gewerbe, Angebot und Rechnung prüfen Sie selbst, bevor Sie zusagen.


Sie möchten diese Arbeit vergeben? Schalten Sie eine kostenlose Anzeige — Fachkräfte und Betriebe in Ihrer Nähe sehen sie. Sie können sich auch zuerst die bereits veröffentlichten Anzeigen ansehen.

Verwandte Beiträge