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Tischler oder Schreiner beauftragen: Einbauschrank nach Maß, Kosten und worauf Sie achten

· 9 Min. Lesezeit
Traditionelle Tischlerwerkstatt mit Hobelbänken und Werkzeug

Die Nische im Flur ist zu schmal für jeden Schrank aus dem Möbelhaus. Unter der Dachschräge im Kinderzimmer verschwindet seit Jahren Platz. Oder die Innentür klemmt, die Treppe knarrt und die Kommode der Großeltern hat einen losen Fuß. Dann suchen Sie einen Tischler, im Süden sagt man Schreiner. Gemeint ist derselbe Beruf und dieselbe Ausbildung.

Dieser Ratgeber richtet sich an Mieterinnen, Mieter, Eigentümerinnen und Eigentümer in Deutschland, die einen Tischler beauftragen wollen. Sie lesen, welche Arbeiten typisch sind, welches Material für einen Einbauschrank nach Maß in Frage kommt, was die Kosten bestimmt, wie Sie einen Kostenvoranschlag lesen, woran Sie einen eingetragenen Betrieb erkennen und was der Steuerbonus bringt. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von Ihrem Vorhaben, Ihrer Region und dem Betrieb ab.

Wofür Sie einen Tischler oder Schreiner brauchen

Ein Tischlerbetrieb plant, fertigt und montiert Arbeiten aus Holz und Holzwerkstoffen. Für Privatkunden sind diese Aufträge besonders häufig:

  • Einbauschrank nach Maß: für Nischen, Flure, Schlafzimmer oder vom Boden bis zur Decke. Der Schrank wird genau an Wände angepasst, die selten ganz gerade sind.
  • Schrank unter der Dachschräge: schräge Fronten, Auszüge statt Türen, Fächer bis in die letzte Ecke. Hier zeigt sich, ob ein Betrieb sauber plant.
  • Türen: neue Innentüren einbauen, eine klemmende Tür nachstellen oder kürzen, Zargen anpassen.
  • Treppen-Reparatur: knarrende oder lose Stufen, ein wackeliges Geländer, abgenutzte Trittflächen.
  • Möbelreparatur: lose Verbindungen, klemmende Schubladen, beschädigtes Furnier, ein gebrochenes Stuhlbein.

Geht es nur darum, ein fertig gekauftes Möbel aus dem Karton aufzubauen, brauchen Sie meist keinen Tischler. Dafür lesen Sie unseren Ratgeber Möbel aufbauen lassen.

Schreiner-Einbauschrank: Material und Beschläge

Beim Einbauschrank entscheidet das Material über Aussehen, Gewicht und Preis. Die Beschläge entscheiden darüber, wie lange er gut funktioniert. Lassen Sie sich beides erklären und im Angebot genau benennen.

Gängige Materialien für Möbel nach Maß und worauf Sie achten.
MaterialEigenschaftenWorauf Sie achten
MassivholzNatürliche Optik, lässt sich abschleifen und nachbearbeitenHolz arbeitet bei Wechsel von Feuchte und Wärme; Konstruktion muss das berücksichtigen
MehrschichtplatteVerleimte Holzlagen, formstabil, sichtbare Kanten möglichKanten offen gezeigt oder verdeckt? Oberfläche klären
MDF lackiertGlatte, gleichmäßige Fläche, gut für farbige FrontenLackqualität und Zahl der Schichten erfragen; Kanten sind empfindlich
Spanplatte beschichtetViele Dekore, pflegeleichtSchrauben halten weniger gut; Bohrungen nicht oft neu setzen

Bei den Beschlägen lohnt der genaue Blick. Auszüge, Scharniere, Schubladenführungen und Kleiderstangen werden jeden Tag benutzt. Fragen Sie, wie viel Gewicht die Auszüge tragen, ob Türen und Schubladen gedämpft schließen und ob sich Scharniere später nachstellen lassen. Ein günstiger Beschlag spart am Anfang und kostet später Nerven.

Dachschräge und schiefe Wände

Unter einer Dachschräge ist kaum ein Winkel gleich. Ein sorgfältiges Aufmaß vor Ort ist hier keine Formalität, sondern die Grundlage für alles. Klären Sie vorher, wo Steckdosen, Fenster, Heizkörper oder Leitungen liegen und ob der Schrank an der Wand oder am Boden befestigt wird. Wohnen Sie zur Miete, sprechen Sie Bohrungen in Wände und Decken mit Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter ab.

Tischler-Kosten: was den Preis bestimmt

Ob ein Betrieb nach Stunden abrechnet oder einen Festpreis für das ganze Möbel nennt, ist unterschiedlich. Vergleichen lassen sich Angebote nur, wenn sie dieselben Leistungen enthalten. Diese Punkte bestimmen den Preis:

  • Größe und Konstruktion: Breite, Höhe, Tiefe, Zahl der Türen, Auszüge und Fächer. Schrägen und Ecken machen mehr Arbeit.
  • Material: Massivholz, Mehrschichtplatte, MDF oder beschichtete Spanplatte.
  • Beschläge: Art und Zahl der Auszüge, Scharniere, Führungen und Griffe.
  • Oberfläche: geölt, lackiert, farbig lackiert oder beschichtet.
  • Aufmaß und Planung: Termin vor Ort, Zeichnung, Abstimmung.
  • Montage: Einbau bei Ihnen, Anpassen an Wände und Decke, Entsorgung von Verpackung.
  • Anfahrt: Fragen Sie, ob sie enthalten ist oder gesondert berechnet wird.

Bei Reparaturen gilt dasselbe Prinzip. Eine klemmende Tür nachzustellen ist etwas anderes als eine Treppenstufe auszutauschen. Fotos und Maße helfen dem Betrieb, den Aufwand einzuschätzen. Eine Einschätzung nach Fotos ist aber noch keine Zusage.

Tischler oder Schreiner gesucht?

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben, nennen Sie die Maße und legen Sie Fotos bei. Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Tischler in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.

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Der Kostenvoranschlag: verbindlich oder unverbindlich

Bevor Sie einen Auftrag erteilen, sollte ein schriftlicher Kostenvoranschlag vorliegen. Klären Sie als Erstes, ob er verbindlich oder unverbindlich ist. Ein verbindlicher Kostenvoranschlag legt den Preis fest. Ein unverbindlicher ist eine Schätzung, und die Rechnung kann davon abweichen. Fragen Sie auch, ob der Kostenvoranschlag selbst etwas kostet.

Schriftlich festhalten sollten Sie:

  • die genauen Maße und eine Zeichnung oder Skizze,
  • das Material für Korpus und Fronten,
  • die Beschläge mit Art und Zahl,
  • die Oberfläche und den Farbton,
  • ob die Montage enthalten ist,
  • den Termin für Lieferung und Einbau.

Änderungen immer schriftlich. Wünschen Sie während der Planung eine andere Oberfläche, zusätzliche Auszüge oder eine andere Aufteilung, ändert sich meist auch der Preis. Lassen Sie sich jede Änderung mit dem neuen Betrag per Nachricht oder E-Mail bestätigen. Ein mündliches „Das machen wir schon“ hilft Ihnen später bei der Rechnung nicht.

Seriösen Tischlerbetrieb erkennen

Das Tischlerhandwerk ist in Deutschland zulassungspflichtig und steht in Anlage A der Handwerksordnung. Ein Betrieb, der dieses Handwerk selbstständig ausübt, muss in die Handwerksrolle eingetragen sein. Fragen Sie nach der Handwerkskarte. Ein eingetragener Betrieb zeigt sie Ihnen ohne Umstände.

  • Name und Anschrift: Der Betrieb nennt seine Anschrift auf der Website, im Angebot und auf der Rechnung.
  • Beispiele: Fotos von ähnlichen Arbeiten, etwa einem Schrank unter einer Dachschräge, zeigen, ob er Erfahrung mit Ihrem Vorhaben hat.
  • Aufmaß vor Ort: Wer einen Einbauschrank ohne Termin bei Ihnen fest anbietet, plant mit Annahmen.
  • Rechnung: Sie bekommen eine Rechnung mit Leistung, Betrag und getrennten Arbeits- und Materialkosten.

Weitere allgemeine Tipps, wie Sie Angebote vergleichen und einen Auftrag sauber vergeben, finden Sie auch in unserem Ratgeber zur Handwerkersuche.

Steuerbonus nach § 35a EStG

Handwerkerleistungen in Ihrem Haushalt können steuerlich begünstigt sein. Dann ziehen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht mit. Begünstigt ist die Arbeit in Ihrem Haushalt, also zum Beispiel die Montage des Schranks oder die Reparatur der Treppe vor Ort. Die Fertigung in der Werkstatt gehört nicht dazu. Nötig sind eine Rechnung und eine Überweisung. Fragen Sie im Zweifel Ihren Steuerberater.

So läuft ein Auftrag ab

Zuerst beschreiben Sie Ihr Vorhaben und schicken Fotos und grobe Maße. Dann folgt meist ein Termin vor Ort für das Aufmaß. Danach bekommen Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Erst wenn Maße, Material, Beschläge, Oberfläche, Montage und Termin stimmen, erteilen Sie den Auftrag. Der Betrieb fertigt in der Werkstatt und montiert bei Ihnen. Prüfen Sie nach dem Einbau, ob Türen und Auszüge leicht laufen und die Fugen gleichmäßig sind. Mängel melden Sie dem Betrieb sofort und schriftlich. Am Ende zahlen Sie gegen Rechnung per Überweisung.

Tischler finden mit einer kostenlosen Anzeige bei Hirovo

Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Tischler und Schreiner aus Ihrer Region sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie. Hirovo ist in Deutschland noch klein, und in manchen Regionen kann es dauern, bis sich jemand meldet.

Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo prüft Anbieter nicht, kontrolliert keine Handwerkskarte und ist weder Arbeitgeber noch Vermittler. In die Anzeige gehören Fotos vom Raum oder vom beschädigten Teil, die Maße, das Wunschmaterial, die gewünschte Oberfläche und der Zeitraum. Nennen Sie den Stadtteil, nicht Ihre Adresse; die bekommt erst der Betrieb, den Sie auswählen.

Kurz gesagt

Tischler und Schreiner sind derselbe Beruf. Für einen Einbauschrank nach Maß bestimmen Größe, Konstruktion, Material, Beschläge, Oberfläche, Aufmaß, Montage und Anfahrt die Kosten. Vergleichen Sie Angebote mit denselben Positionen.

Fragen Sie nach der Handwerkskarte, klären Sie, ob der Kostenvoranschlag verbindlich ist, und halten Sie alles schriftlich fest. Zahlen Sie gegen Rechnung mit getrennten Arbeitskosten per Überweisung. So sichern Sie sich einen Schrank, der passt, und den Steuerbonus für die Montage.

Häufige Fragen

Was kostet ein Einbauschrank vom Tischler?

Einen Preis, der für jeden Einbauschrank stimmt, gibt es nicht. Entscheidend sind Größe und Konstruktion, das Material, die Beschläge, die Oberfläche, der Aufwand für Aufmaß und Planung, die Montage und die Anfahrt. Ein Schrank unter einer Dachschräge mit vielen Winkeln macht mehr Arbeit als ein gerader Schrank in einer Nische. Manche Betriebe rechnen nach Stunden ab, andere nennen einen Festpreis für das ganze Möbel. Holen Sie zwei oder drei schriftliche Angebote mit denselben Maßen, Materialien und Beschlägen ein. Nur dann können Sie die Angebote wirklich vergleichen und sehen, wo die Unterschiede liegen.

Ist ein Tischler das Gleiche wie ein Schreiner?

Ja. Tischler und Schreiner bezeichnen denselben Beruf. Im Norden Deutschlands spricht man eher vom Tischler, im Süden eher vom Schreiner. Ausbildung, Meisterprüfung und Arbeitsfeld sind gleich: Möbel nach Maß, Einbauschränke, Türen, Treppen und Reparaturen an Holz. Für Sie als Auftraggeber zählt nicht der Name, sondern ob der Betrieb in die Handwerksrolle eingetragen ist, ob er Erfahrung mit Ihrem Vorhaben hat und ob er Ihnen ein nachvollziehbares schriftliches Angebot macht. Fragen Sie nach Fotos von ähnlichen Arbeiten, etwa einem Schrank unter einer Dachschräge, wenn Sie genau so etwas planen.

Ist der Kostenvoranschlag des Tischlers verbindlich?

Das hängt davon ab, was vereinbart ist. Ein verbindlicher Kostenvoranschlag legt den Preis fest. Ein unverbindlicher ist eine Schätzung, und der spätere Rechnungsbetrag kann davon abweichen. Klären Sie das, bevor Sie zusagen, und lassen Sie es schriftlich festhalten. Fragen Sie auch, ob der Kostenvoranschlag selbst etwas kostet, zum Beispiel wenn dafür ein Aufmaß vor Ort nötig ist. Im Angebot sollten Maße, Material, Beschläge, Oberfläche, Montage und Termin stehen. Ändern Sie später etwas, etwa die Oberfläche oder die Zahl der Auszüge, lassen Sie sich den neuen Preis ebenfalls schriftlich bestätigen.

Kann ich die Tischlerrechnung von der Steuer absetzen?

Teilweise. Handwerkerleistungen in Ihrem Haushalt können nach § 35a EStG begünstigt sein. Dann ziehen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht. Begünstigt ist die Arbeit in Ihrem Haushalt, also etwa die Montage des Einbauschranks, nicht die Fertigung in der Werkstatt. Bitten Sie deshalb um eine Rechnung, auf der Arbeits- und Materialkosten getrennt stehen, und zahlen Sie per Überweisung. Barzahlung reicht nicht. Ob und in welcher Höhe der Abzug in Ihrem Fall gilt, klären Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt.

Wie hilft mir Hirovo, und prüft Hirovo die Tischler?

Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Tischler und Schreiner in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App, und Sie entscheiden, wen Sie beauftragen. Hirovo ist in Deutschland eine kleine Plattform. Wir prüfen Anbieter nicht, kontrollieren weder Handwerksrolle noch Identität oder Vorgeschichte und sind weder Arbeitgeber noch Vermittler. In manchen Regionen kann es dauern, bis sich jemand meldet. Eine genaue Beschreibung mit Fotos, Maßen und Wunschmaterial erhöht Ihre Chancen. Handwerkskarte, Angebot und Rechnung prüfen Sie selbst, bevor Sie zusagen.


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