Ein Einbruchsversuch in der Nachbarschaft, ein Paket, das immer wieder verschwindet, oder ein Haus, das im Urlaub wochenlang leer steht: Dann möchten viele eine Überwachungskamera installieren lassen. Das Gerät ist schnell gekauft. Schwieriger sind die Fragen, wo es hängen darf, wie es angeschlossen wird und wer die Aufnahmen sehen kann.
Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümerinnen, Eigentümer, Mieterinnen und Mieter in Deutschland. Sie lesen, wann Kabel und wann WLAN passt, was Sie filmen dürfen, was die Kosten bestimmt, wie Sie die Anlage gegen fremden Zugriff sichern und wie der Steuerbonus funktioniert. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von Ihrem Haus, der Zahl der Kameras und dem Betrieb ab. Eine Rechtsberatung ist dieser Text nicht.
Überwachungskamera installieren lassen: Kabel oder WLAN?
Bevor ein Fachbetrieb ein Angebot schreibt, steht eine Grundsatzentscheidung: Soll die Anlage über Kabel laufen oder per Funk? Beides hat seinen Platz.
- Kabelgebunden mit PoE: Bei Power over Ethernet versorgt ein einziges Netzwerkkabel die Kamera mit Strom und Daten. Die Bilder laufen zu einem Rekorder im Haus. Die Verbindung ist stabil und hängt nicht vom WLAN ab. Dafür müssen Kabel durch Wände, Decken oder entlang der Fassade verlegt werden.
- WLAN-Kamera: Sie braucht nur Strom, die Montage geht schneller, und es wird weniger gebohrt. Dafür hängt das Bild an der Funkverbindung. Dicke Außenwände, eine Garage oder ein weit entferntes Gartentor können das Signal schwächen.
- Kabellos heißt selten ganz ohne Kabel: Viele Funkkameras brauchen ein Netzteil, Akkukameras müssen geladen oder getauscht werden. Klären Sie, woher die Kamera ihren Strom bekommt, bevor Sie den Montageort festlegen.
Für die Videoüberwachung am Haus außen zählt mehr als die Kamera selbst. Sie muss wetterfest sein, also Regen, Frost und pralle Sonne vertragen. Achten Sie auf die Herstellerangaben zur Schutzart und zum Temperaturbereich. Nachtsicht gehört außen fast immer dazu, sonst sehen Sie im Dunkeln nichts. Ein guter Betrieb prüft vorher, ob Laternen, helle Wände oder Fenster das Bild nachts überstrahlen.
Speicherung und Zugriff per App
Die Aufnahmen landen auf einem Rekorder im Haus, auf einer Speicherkarte in der Kamera oder in einer Cloud. Ein Rekorder hält die Daten bei Ihnen, braucht aber einen geschützten Platz. Eine Speicherkarte ist einfach, kann aber mit der Kamera gestohlen werden. Eine Cloud ist bequem, kostet oft ein laufendes Abo und speichert Ihre Bilder auf fremden Servern. Den Zugriff per App richten die meisten Betriebe bei der Montage ein. Fragen Sie, wer außer Ihnen Zugang hat und wie lange Aufnahmen gespeichert bleiben.
| Variante | Stärken | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Kabel mit PoE und Rekorder | Stabile Verbindung, ein Kabel für Strom und Daten, Aufnahmen bleiben im Haus | Kabelwege durch Wand und Fassade; geschützter Platz für den Rekorder |
| WLAN-Kamera mit Netzteil | Weniger Bohren, schnelle Montage | WLAN-Empfang am Montageort; Stromanschluss in der Nähe |
| Akkukamera | Kein Stromanschluss nötig | Akku laden oder tauschen; Funk am Gartentor oder in der Garage |
| Speicherung in der Cloud | Zugriff von unterwegs, Bilder bleiben auch bei Diebstahl der Kamera erhalten | Laufendes Abo; Daten liegen auf fremden Servern |
Was Sie filmen dürfen und was nicht
Rechtlich ist die Videoüberwachung am Haus der heikelste Teil. Private Kameras dürfen grundsätzlich nur das eigene Grundstück erfassen. Der öffentliche Gehweg, die Straße und das Grundstück der Nachbarn gehören nicht ins Bild. Dahinter stehen die Datenschutz-Grundverordnung und das Persönlichkeitsrecht der Menschen, die sonst gefilmt würden.
- Ausrichtung: Die Kamera zeigt auf Haustür, Einfahrt, Garten oder Garage, nicht über den Zaun. Ein guter Betrieb wählt Montageort und Winkel so, dass fremde Flächen gar nicht erst erfasst werden. Bei vielen Kameras lassen sich Bereiche im Bild zusätzlich ausblenden.
- Hinweisschild: Ein Schild, das auf die Videoüberwachung hinweist, ist üblich. Es gehört dorthin, wo Besucher das Grundstück betreten.
- Mehrfamilienhaus: Kameras im Treppenhaus, im Hof, in der Tiefgarage oder an der gemeinsamen Haustür betreffen alle Bewohner. Dafür brauchen Sie die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder, als Mieterin oder Mieter, des Vermieters.
Auch Attrappen können Streit auslösen. Eine Kamera, die auf den Garten der Nachbarn zielt, kann zu Ärger und Unterlassungsansprüchen führen, selbst wenn sie gar nicht aufnimmt. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Sind Sie unsicher, ob Ihr geplanter Bildausschnitt zulässig ist, fragen Sie die Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes oder eine Anwältin oder einen Anwalt, bevor gebohrt wird.
Überwachungskamera installieren lassen: was die Kosten bestimmt
Was es kostet, eine Überwachungskamera installieren zu lassen, lässt sich nicht pauschal sagen. Das Angebot setzt sich aus Gerät, Material und Arbeitszeit zusammen, und jede Position hängt von Ihrem Haus ab.
- Anzahl der Kameras: Eine Kamera an der Haustür ist etwas anderes als eine Anlage für Einfahrt, Garten und Garage.
- Kabel oder Funk: Kabel bedeuten mehr Montagearbeit. Funk spart Bohrungen, braucht aber manchmal zusätzliche Netzteile oder eine bessere WLAN-Abdeckung.
- Kabelwege: Ob ein Leerrohr vorhanden ist oder Kabel durch dicke Außenwände, Dachboden oder Keller gezogen werden müssen, verändert den Aufwand deutlich.
- Montagehöhe: Kameras unter dem Dachvorsprung oder am Giebel brauchen Leiter oder Gerüst.
- Speicher und Abo: Ein Rekorder ist eine einmalige Anschaffung, eine Cloud kostet oft laufend.
- Einrichtung: App, Benutzerkonten, Bewegungserkennung, Ausblendzonen und die Einweisung kosten Zeit.
Muss für eine Kamera erst ein Stromanschluss gelegt werden, gehört das in die Hände eines Elektrobetriebs. Klären Sie vorher, ob der Betrieb das selbst übernimmt. Lassen Sie sich Gerät, Material und Arbeitskosten im Angebot getrennt ausweisen. Das erleichtert den Vergleich und den Steuerbonus.
Beschreiben Sie, wie viele Kameras Sie brauchen, wo sie hängen sollen und ob Kabel verlegt werden können, und legen Sie Fotos bei. Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Betriebe in Ihrer Nähe sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie.
Kostenlos Anzeige aufgeben →IT-Sicherheit: damit nur Sie zusehen
Eine Kamera mit Internetverbindung ist ein kleiner Computer an Ihrer Hauswand. Ist sie schlecht gesichert, können Fremde Ihre Bilder sehen. Drei Punkte sollte der Betrieb bei der Einrichtung erledigen und Ihnen zeigen.
- Standardpasswort ändern: Jede Kamera und jeder Rekorder bekommt ein eigenes, starkes Passwort. Voreingestellte Passwörter sind oft öffentlich bekannt.
- Firmware aktualisieren: Die Software der Kamera bekommt Sicherheitsupdates. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie Updates einspielen oder ob das automatisch geschieht.
- Fernzugriff absichern: Der Zugriff von unterwegs läuft über die App mit Ihrem eigenen Konto. Fragen Sie nach einer zweiten Bestätigung beim Anmelden und lassen Sie Zugänge des Monteurs nach der Einrichtung löschen.
Vom Ortstermin zur Rechnung: so läuft der Auftrag
- Ortstermin: Ein seriöser Betrieb sieht sich das Haus an oder lässt sich Fotos schicken. Er fragt, was Sie sehen wollen und was nicht ins Bild darf.
- Angebot: Sie bekommen ein schriftliches Angebot mit Geräten, Material, Arbeitszeit und Speicherlösung. Vergleichen Sie zwei oder drei Angebote mit denselben Positionen.
- Montage: Kameras, Kabel und Rekorder werden montiert, Winkel und Ausblendzonen eingestellt.
- Einweisung: Der Betrieb zeigt Ihnen App, Aufnahmen und das Ändern der Passwörter.
- Rechnung: Sie bekommen eine Rechnung mit Anschrift, Leistung und getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten. Zahlen Sie per Überweisung.
Vorsicht bei Anbietern, die ohne Besichtigung einen Festpreis zusagen, Vorkasse für die ganze Anlage verlangen oder keine Rechnung schreiben wollen. Allgemeine Tipps zur Auswahl und zum Vergleich von Angeboten finden Sie in unserem Ratgeber Handwerker finden und beauftragen.
Steuerbonus nach § 35a EStG
Die Montage in Ihrem Haushalt kann als Handwerkerleistung gelten. Dann ziehen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Begünstigt ist nur die Arbeit, nicht das Gerät. Nötig sind eine Rechnung und eine Überweisung, Barzahlung zählt nicht. Ob der Abzug in Ihrem Fall gilt, klären Sie mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt.
Einen Fachbetrieb finden mit einer kostenlosen Anzeige bei Hirovo
Auf Hirovo geben Sie kostenlos eine Anzeige auf. Betriebe und Installateure für Videoüberwachung aus Ihrer Region sehen sie, bewerben sich oder schreiben Ihnen in der App. Wen Sie beauftragen, entscheiden Sie. Hirovo ist in Deutschland noch klein, und in manchen Regionen kann es dauern, bis sich jemand meldet.
Damit keine falsche Erwartung entsteht: Hirovo prüft Anbieter nicht und ist weder Arbeitgeber noch Vermittler. In die Anzeige gehören die Zahl der Kameras, die Bereiche, die Sie überwachen möchten, Fotos von Fassade und Montageorten, ob Kabel verlegt werden können und ob Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen. Nennen Sie den Stadtteil, nicht Ihre Adresse; die bekommt erst der Betrieb, den Sie auswählen.
Kurz gesagt
Wenn Sie eine Überwachungskamera installieren lassen, entscheiden Sie zuerst zwischen Kabel und WLAN, dann über Speicherort und Zugriff. Außen braucht die Kamera Wetterschutz und Nachtsicht. Gefilmt wird nur das eigene Grundstück, nicht Gehweg, Straße oder Nachbargarten.
Vergleichen Sie Angebote mit denselben Positionen, lassen Sie die Arbeitskosten getrennt ausweisen und zahlen Sie per Überweisung gegen Rechnung. Ändern Sie Passwörter, halten Sie die Firmware aktuell und sichern Sie den Fernzugriff. So schützt die Anlage Ihr Zuhause, ohne neuen Ärger mit den Nachbarn zu machen.
